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Weihnachten bei Familie Luther

Christoph Werner

Luthers jüngster Sohn erzählt vom Christfest

Paul Luther, der jüngste Spross der Lutherfamilie, gewährt dem Leser Einblick in sein Leben und das seiner Familie.
Er berichtet von seiner Kindheit in Wittenberg und der Krankheit seines Vaters, von seiner Verwicklung, die ihm als Leibarzt widerfuhren, und von den Intrigen am Gothaer Hof. Reichlich illustriert öffnen sie dem Leser die Tür zur Weihnachtsstube der Familie Luther.

Der Erlkönig

Der Erlkönig

Johann Wolfgang von Goethe

Die Ballade Der Erlkönig zählt zu den bekanntesten Werken Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832). Der Text galt bereits zu Lebzeiten des Autors als beliebt und wurde häufig durch verschiedene Komponisten vertont. So zum Beispiel durch Franz Schubert und Carl Loewe. Aber auch Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), der für seine zahlreichen Volkslieder, wie Bunt sind schon die Wälder oder Wenn ich ein Vöglein wär‘, bekannt ist, er untermalte den Text der Ballade 1794 mit einer melodramatischen Melodie. Spätere musikalische Interpretationen folgten bis in die Neuzeit hinein.

Carolin Eberhardt

Melodie anhören:



1. Strophe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind;

er hat den Knaben wohl in dem Arm,

er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.


2. Strophe

„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?“

„Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?

Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?“

„Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.“


3. „Du liebes Kind, komm, geh mit mir!

Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;

manch bunte Blumen sind an dem Strand.

Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“


4. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,

was Erlenkönig mir leise verspricht?“

„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;

in dürren Blättern säuselt der Wind.“


5. „Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?

Meine Töchter sollen dich warten schön;

meine Töchter führen den nächtlichen Reihn

und wiegen und tanzen und singen dich ein.“


6. „Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort

Erlkönigs Töchter am düstern Ort?“

„Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:

es scheinen die alten Weiden so grau.“


7. „Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt,

und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt!“

„Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!

Erlkönig hat mir ein Leids getan!“


8. Dem Vater graust's; er reitet geschwind,

er hält in den Armen das ächzende Kind,

erreicht den Hof mit Müh und Not;

in seinen Armen das Kind war tot.


*****

Vorschaubild: Čeština: Ilustrace ke Goethově básni Erlkönig: 1849: Urheber: Moritz von Schwind via Wikimedia Commons gemeinfrei; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.