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Arno Pielenz
Kennst du Heinrich von Kleist?

"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

Ich hört' ein Bächlein rauschen

Ich hört' ein Bächlein rauschen

Wilhelm Müller

Das fröhliche und lebensfrohe Kunstlied gehört ursprünglich zu einem Liederzyklus für Singstimme und Klavier von Franz Schubert (1797-1828), welchen der populäre deutsche Komponist 1823 publizierte. Mit dem Titel Die schöne Müllerin umfasst das Werk (op.25, D795) insgesamt 20 Lieder, zudenen unter anderem Das Wandern ist des Müllers Lust gehören. Der Text der Stücke basiert auf der gleichnamigen Gedichtsammlung von Wilhelm Müller (1794-1827), welche dieser unter dem Titel Sieben und siebzig nachgelassenen Gedichte aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten 1821 veröffentlichte. Laut biographischen Quellen und Briefen soll sich der Inhalt der von Müller verfassten Gedichten an seiner unerfüllten Liebe zu Luise Hensel orientiert haben.

Carolin Eberhardt


1. Strophe

Ich hört' ein Bächlein rauschen

Wohl aus dem Felsenquell,

Hinab zum Thale rauschen

So frisch und wunderhell.


2. Strophe

Ich weiß nicht, wie mir wurde,

Nicht, wer den Rath mir gab,

Ich mußte gleich hinunter

Mit meinem Wanderstab.


3. Strophe

Hinunter und immer weiter,

Und immer dem Bache nach,

Und immer frischer rauschte,

Und immer heller der Bach.


4.Strophe

Ist das denn meine Straße?

O Bächlein, sprich, wohin?

Du hast mit deinem Rauschen

Mir ganz berauscht den Sinn.


5.Strophe

Was sag ich denn von Rauschen?

Das kann kein Rauschen sein:

Es singen wohl die Nixen

Dort unten ihren Reig'n.


6.Strophe

Laß singen, Gesell, laß rauschen,

Und wandre fröhlich nach!

Es gehn ja Mühlenräder

In jedem klaren Bach.


*****

Weitere Lieder von Wilhelm Müller:

Wenn wir durch die Straßen ziehen

Das Wandern ist des Müllers Lust

Am Brunnen vor dem Tore


Vorschaubild: "A summer day", Urheber: Charles Baugniet (1814-1886); bereitgestellt von: Rotational~commonswiki via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

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