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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Gefunden

Gefunden

Johann Wolfgang von Goethe

Wenn ich die ersten Veilchen des Jahres im Wald finde, freue ich mich über diese frühen Frühjahrsboten. Zugleich erinnern sie mich immer an dieses wunderschöne kleine Gedicht von Goethe. "Gefunden" kann auch als Liebesgedicht aufgefasst werden. Das zarte Blümchen (oder Mädchen), das der Poet im Schatten des Waldes findet, will allerdings nicht gebrochen, es muss vorsichtig behandelt und gehegt werden um in einer neuen Umgebung, dem Haus des Dichters, blühen und gedeihen zu können. - Goethe schrieb das Gedicht 1813 im Hinblick auf seine Frau Christiane Vulpius, die er 1788 kennenlernte und 1806 geheiratet hat.
Rita Dadder
 

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

 

*****

Fotos: Rita Dadder