Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Nun strömet klar von oben

Nun strömet klar von oben

Emanuel Geibel

Der deutsche Lyriker nimmt den Leser in eine farbenfrohe und Glück vermittelnde Herbstwelt mit. Die düsteren Impressionen der Jahreszeit lässt Geibel dabei außen vor. Viel mehr fokussiert er sich thematisch auf die positiven Sinneseindrücke der herbstlichen Natur und vermittelt somit eine optimistische Sichtweise. Mit einer sehr anschaulichen Sprache lässt der Dichter die Welt nochmals aufleben, bevor die kühlen Winde das letzte Blatt vom Baum wehen.

Carolin Eberhardt

Ein Igel im Herbst

1. Nun strömet klar von oben

Der Tag ins Land herein,

Aus tiefem Blau gewoben

Und lichtem Sonnenschein.



2. Es will noch einmal blühen

Der Wald, bevor er starb;

Er prangt in goldnem Glühen

Und lächelt purpurfarb.



3. Und fern im Glanze schließet

Sich Berg an Berg gereiht,

Und Sabbatstille fließet

Im Tale weit und breit.



4. Was will dich's Wunder nehmen,

O Freund, zu dieser Frist,

Dass deine Brust ihr Grämen

Wie einen Traum vergisst?



5. Dass du der alten Sorgen

Mit Lächeln nur gedenkst

Und in den goldnen Morgen

Dich voll und froh versenkst?



6. O gib dich hin dem Frieden

Und sauge diesen Glanz,

Der aller Welt beschieden,

In deine Seele ganz.



7. Lass Ruh' und Lied sich gatten

Bei frommem Harfenklang,

Der letzten Trauer Schatten

Versühne mit Gesang.



8. Der Sonne heb‘ entgegen

Den Becher jungen Weins,

Und heischt der Trunk den Segen,

So wünsche segnend eins:



9. Dass, wenn nach Freud' und Leide

Dein Herz einst brechen will,

Wie dieser Herbst es scheide

So heiter, groß und still.

Herbstblätter


*****

Bildquelle

Vorschaubild: View in the White Mountains, ~1827, Urheber: Thomas Cole via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Äpfel, Birne und Igel, 2020, Urheber. AnnaliseArt via Pixabay CCO.

Herbstlaub, 2014, Urheber: stux via Pixabay CCO.


Weitere Beiträge dieser Rubrik

Hab Dank, du lieber Wind
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Die Schwalben
von Julius Karl Reinhold Sturm
MEHR
Der scheidende Sommer
von Heinrich Heine
MEHR
Herbstbild
von Friedrich Hebbel
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen