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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Es ist nun der Herbst gekommen

Es ist nun der Herbst gekommen

Joseph von Eichendorff

Der bekannte deutsche Dichter Joseph von Eichendorff lässt in seinem Gedicht nur wenig Trauer über das Ende des Sommers spüren, in dem er schreibt, dass der Herbst „das schöne Sommerkleid von den Feldern weggenommen (hat)“. Denn zum Schutz vor den kalten Wintertagen breitet er einen schönen bunten Teppich über die Erde. Ein romantisches Herbstbild malt er mit der Metapher des Altweibersommers als „wunderschöne Frau…(mit) langen Haaren“, welche die Blumen sanft in den Schlaf wiegt. Der Herbst steht bei Eichendorff folglich nicht für das dramatische Absterben der Natur, sondern einen sanften Schlaf, um den harten Winter zu überstehen. In der letzten Strophe bezieht sich der Dichter auf den jährlichen Vogelzug und gibt einen Ausblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit.

Carolin Eberhardt

Es ist nun der Herbst gekommen,
Hat das schöne Sommerkleid
Von den Feldern weggenommen
Und die Blätter ausgestreut,
Vor dem bösen Winterwinde
Deckt er warm und sachte zu
Mit dem bunten Laub die Gründe,
Die schon müde gehn zur Ruh.

Durch die Felder sieht man fahren
Eine wunderschöne Frau,
Und von ihren langen Haaren
Goldne Fäden auf der Au
Spinnet sie und singt im Gehen:
Eia, meine Blümelein,
Nicht nach andern immer sehen,
Eia, schlafet, schlafet ein.

Und die Vöglein hoch in Lüften
Über blaue Berg und Seen
Ziehn zur Ferne nach den Klüften,
Wo die hohen Zedern stehn,
Wo mit ihren goldnen Schwingen
Auf des Benedeiten Gruft
Engel Hosianna singen
Nächtens durch die stille Luft.


*****

Vorschaubild: Brücke im Herbst, 2020, Urheber: vinsky2002 via Pixabay CCO; Frau mit Herbstbaum, 2019, Urheber: ArtsyBee via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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