Wenn zwei Menschen einander kennen lernen und von einander berührt sind, geschieht etwas Magisches, etwas, das so wunderbar ist, dass man es göttlich nennen kann. Der Lyriker Michael Hirle findet in diesem Gedicht Worte und sprachliche Bilder für diese Momente, doch nicht nur das: Er zieht eine zarte Linie zum Göttlichen, zum Mehrsein dieser Vorgänge, die über sich hinaus eine Verbindung zum Unendlichen, Ewigen schaffen, die wohl jeder Mensch spürt, der einmal das Glück hatte, einem Seelenverwandten zu begegnen.
Ulli Soak
Berührt
Nebel, die nichts verschleiern mehr,
ein Dunkel, das nur die Schatten nährt,
auf dem Wege stets das Neue
und doch ist's tief vertraut,
blicken wir uns in die Seele,
durch Spiegel, braun und blau,
dann lässt sich's spüren,
unser stetes Wiedersehen,
welches uns liebend durch die Zeiten führt,
in dies geöffnet' Hier,
wo Gottes milde Stimm' Stille spricht
und all die Blüten füllt,
die wir gewesen,
die wir sind,
Süße werden,
wenn wir einander in seiner Tief' erkennen,
benennen,
was unverlernt uns mit Sehnsucht rührt.
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