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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Gefunden

Gefunden

Johann Wolfgang von Goethe

Wenn ich die ersten Veilchen des Jahres im Wald finde, freue ich mich über diese frühen Frühjahrsboten. Zugleich erinnern sie mich immer an dieses wunderschöne kleine Gedicht von Goethe. "Gefunden" kann auch als Liebesgedicht aufgefasst werden. Das zarte Blümchen (oder Mädchen), das der Poet im Schatten des Waldes findet, will allerdings nicht gebrochen, es muss vorsichtig behandelt und gehegt werden um in einer neuen Umgebung, dem Haus des Dichters, blühen und gedeihen zu können. - Goethe schrieb das Gedicht 1813 im Hinblick auf seine Frau Christiane Vulpius, die er 1788 kennenlernte und 1806 geheiratet hat.
Rita Dadder
 

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

 

*****

Fotos: Rita Dadder

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