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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Schlafe, mein Prinzchen

Schlafe, mein Prinzchen

Friedrich Wilhelm Gotter

- schlaf ein!

 
Welch ein Chaos bei diesem wunderschönen Wiegenlied! Zuerst schrieb man jahrzehntelang Mozart (1756-1791) die Komposition der Melodie zu und vergab sogar die Nummer 350 im Köchel-Verzeichnis. Dann besann man sich eines Besseren und der Berliner Arzt Bernhard Flies (um 1770-unbekannt) wurde zum Komponisten auserkoren. Mittlerweile gibt es allerdings Stimmen die das Lied Johann Friedrich Anton Fleischmann (1766-1798) zu ordnen. Wenigstens wissen wir: Der Text stammt aus dem Schauspiel „Esther" von dem Gothaer Schriftsteller und Lyriker Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1797). 
 
Dieses „Hin und Her" verändert zum Glück nichts an der Beliebtheit des international bekannten „Wiegenliedes".
 
Tiffany Tabbert
 

 

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein! 

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
Es ruh'n Schäfchen und Vögelein
Garten und Wiesen verstummt
Auch nicht ein Bienchen mehr summt
Luna mit silbernem Schein
Gucket zum Fenster herein
Schlafe beim silbernem Schein
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
Schlaf ein, schlaf ein

Auch in dem Schlosse schon liegt
Alles im Schlummer gewiegt
Reget kein Mäuschen sich mehr
Keller und Küche sind leer
Nur in der Zofe Gemach
Dröhnet ein schmelzendes ach
Was für ein Ach mag das sein
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
Schlaf ein, schlaf ein

Wer ist beglückter als du
Nichts als Vergnügen und Ruh
Spielwerk und Zucker vollauf
Und auch Karossen im Lauf
Alles besorgt und bereit
Dass nur mein Prinzchen nicht schreit
Was wird da künftig erst sein
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
Schlaf ein, schlaf ein


*****
Noten gesetzt von Tiffany Tabbert
 
Vorschaubild von Tiffany Tabbert unter Verwendung von Philipp Otto Runge - Die Hülsenbeckschen Kinder, Wikipedia (gemeinfrei) 

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