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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Nun ruhen alle Wälder

Nun ruhen alle Wälder

Paul Gerhardt

Das ursprünglich geistlich verwurzelte Abendlied geht auf den evangelischen Theologen Paul Gerhardt zurück und ist im 17. Jahrhundert entstanden. Die erste Veröffentlichung erfuhr es 1647 in dem musikalischen Andachtsbuch „Praxis pietatis melica“ in Berlin. In Anlehnung an die Rhythmik, den Inhalt und zum Teil auch die Melodie des Stückes, entstand später das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius. Die Melodie entstammt dem geistlichen Lied „O Welt, ich muß dich lassen“ aus dem 15.Jahrhundert, welche ebenso für das bekannte „Innsbruck, ich muss dich lassen“ verwendet wurde.

Die in der ersten Strophe verwendete Naturszene soll auf den lateinischen Dichter und Epiker Vergil zurückgehen. Die poetische Beschreibung der schlafenden Umwelt wird dabei um die Verbundenheit zu Gott und Jesus ergänzt. Im Verlauf der lyrischen Ausführungen erfährt die abendliche Dämmerung eine Parallelität zu dem Tod und der damit verbundenen Erlösung durch Gott.

Carolin Eberhardt

Nun ruhen alle Wälder

1. Nun ruhen alle Wälder,

Vieh, Menschen, Städt‘ und Felder,

es schläft die ganze Welt:

ihr aber, meine Sinnen,

auf, auf, ihr sollt beginnen,

was eurem Schöpfer wohlgefällt.


2. Wo bist du, Sonne, blieben?

Die Nacht hat dich vertrieben,

die Nacht, des Tages Feind.

Fahr hin; ein andre Sonne,

mein Jesus, meine Wonne,

gar hell in meinem Herzen scheint.


3. Der Tag ist nun vergangen,

die güldnen Sternlein prangen

am blauen Himmelssaal;

also werd ich auch stehen,

wenn mich wird heißen gehen

mein Gott aus diesem Jammertal.


4. Der Leib eilt nun zur Ruhe,

legt ab das Kleid und Schuhe,

das Bild der Sterblichkeit;

die zieh ich aus, dagegen

wird Christus mir anlegen

den Rock der Ehr und Herrlichkeit.


5. Das Haupt, die Füß und Hände

sind froh, dass nun zum Ende

die Arbeit kommen sei.

Hert, freu dich, du sollst werden

vom Elend dieser Erden

und von der Sünden Arbeit frei.


6. Nun geht, ihr matten Glieder,

geht hin und legt euch nieder,

der Betten ihr begehrt.

Es kommen Stund und Zeiten,

da man euch wird bereiten

zur ruh ein Bettlein in der Erd.


7. Mein Augen stehn verdrossen,

im Nu sind sie geschlossen.

Wo bleibt dann Leib und Seel?

Nimm sie zu deinen Gnaden,

sei gut für allen Schaden,

du Aug und Wächter Israel'.


8. Breit aus die Flügel beide,

o Jesu, meine Freude,

und nimm dein Küchlein ein!

Will Satan mich verschlingen,

so lass die Englein singen:

„Dies Kind soll unverletzet sein.“


9. Ach euch, ihr meine Lieben,

soll heute nicht betrüben

kein Unfall noch Gefahr.

Gott lass euch selig schlafen,

stell euch die güldnen Waffen

ums Bett und seiner Engel Schar.

Melodie anhören

*****

Vorschaubild - Dunkler Wald von Brigitte Werner- CC0 via pixabay.com


Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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