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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Neuschnee

Neuschnee

Christian Morgenstern

"Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden." Das Zitat des deutschen Dichters Christian Morgenstern gibt einen kleinen Einblick in seine Lebenseinstellung. Seiner Krankheit zum Trotz oder gerade wegen seiner Krankheit lernte er die schönen Seiten in der Welt zu schätzen und zu lieben, sein Blick schärfte sich unter anderem für die Schönheit der Natur. In seinem Gedicht "Neuschnee", welches er 1906 in seinem Gedichtband "Melancholie" veröffentlichte, zeigt Morgenstern eine nahezu kindliche Sichtweise auf den neu gefallenen Schnee. Hinter dem naiven Drang, seine Fußspuren als erstes im Neuschnee zu verewigen steckt vielleicht auch Morgensterns Wunsch, seine Fußstapfen als Dichter für die Nachwelt hinterlassen zu können.

Carolin Eberhardt

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräuliche Flur -

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.

*****

Bildquelle: Neuschnee auf dem Inselsberg in Thüringen, Carolin Eberhardt.

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