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Florian Russi
Die Irrfahrten des Herrn Müller II
Eine moderne Odyssee

Daniel Müller ist ein aufstrebender junger Möbelkaufmann. Er hat eine Freundin, doch auch eine Kundin seiner Firma versucht ihn zu gewinnen. Als Daniel sie ermordet auffindet, spricht alles dafür, dass er der Mörder ist. Er gerät in Panik und flieht, fährt zum Flughafen und bucht den nächsten Flug ins Ausland. Im Flugzeug entdeckt ihn eine nymphomanisch veranlagte Prinzessin: Sie versteckt ihn in ihrem Schloss. Während Zielfahnder der Polizei ihm auf den Fersen sind, erlebt Daniel immer neue Abenteuer und Überraschungen …


Stille Winterstraße

Stille Winterstraße

Joachim Ringelnatz

Meisterhaft unterläuft Joachim Ringelnatz mit dem Element des Komischen gewohnte Erwartungen in der Lyrik. Auch der Text „Stille Winterstraße", der 1929 in seinem Gedichtband „Flugzeuggedanken" erschien, ist ein gutes Beispiel dafür. Was hier zunächst als besinnliches Idyll beginnt, wird schon in der dritten Zeile mit der kuriosen, ja banalen Erwähnung eines Holzzauns, der in die Landschaft ragt, gebrochen. Der heiter-überraschende Schlusseffekt kommt durch den angenommenen Perspektivwechsel von Mensch zu Reh zustande.
Ulrike Unger
Winterstraße von George Bellows (1882-1925)
Winterstraße von George Bellows (1882-1925)

 

Stille Winterstraße

Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er's nicht etwa kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.

  

Textquelle:
Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk in sieben Bänden. Bd. 1. Gedichte. Zürich: Diogenes 1994. S. 414.

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Vorschaubild:

Winter Urheber: Forestphotograph via Wikimedia Commons, gemeinfrei

Winterstraße von George Bellows (1882-1925), gemeinfrei