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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


Alle Jahre wieder!

Alle Jahre wieder!

Horst Fischer

Eine heitere, schier endlose Geschichte

Adventlich ist das ganze Haus! Geschmückt und sauber sieht es aus!
Das Weihnachtsfest kündigt sich an. Jetzt muss der Tannenbaum noch ran!
Das Auto raus, die Sitzbank runter und ohne Zögern wird nun munter,
damit man nicht die Zeit versäumt, der Kofferraum noch leergeräumt.
Man breitet eine Decke aus, hoppla - was rieselt da denn raus?
Das ist ja wirklich allerhand – ein ganzes Schippchen Ostseesand!
Der nette Gruß aus Urlaubszeiten stört aber nicht das Vorbereiten.
Man steigt schnell ein, die Fahrt geht los, man hat den einen Wunsch nun bloß,
dass man den Baum wählt, unbeirrt, bevor es richtig dunkel wird
und hat dabei, Tempo besessen, die alten Handschuhe vergessen,
so dass, findet die Auswahl statt, man auch verharzte Finger hat.
Jedoch zum Fest, man glaubt es kaum, heißt‘s: Das ist unser schönster Baum!

Das alte Jahr ist weggeschickt, der Tannenbaum wird abgeschmückt.
Er ist „von“ vor’gem Jahr geadelt und dankt uns dies, indem er nadelt.
Man wirft ihn aus dem Fenster raus, jedoch – wie sieht der Teppich aus?
Ein Häufchen da, ein Häufchen dort, der Staubsauger, er saugt sie fort.
Zuletzt hilft noch ein feiner Besen. Dann ist’s, als wäre nichts gewesen.
Doch halt! Nun folgen viele Tage, wo manche Nadel wird zur Plage:
ganz hinten auf der Fensterbank, hoch droben auf dem Bücherschrank,
im Saum der Wohnzimmergardine, Tannnadeln an der Apfelsine,
die man der Obstschale entnommen, wie sind die denn da hingekommen? -
in Schubladen, in Jackentaschen, plötzlich im Mund beim Plätzchennaschen.
Und kommt sodann der Frühjahrsputz, dann kann man auch im Winterschmutz
in allen Spalten, Winkeln, Ecken die braunen Nadeln noch entdecken.

Das geht so immer weiter prompt, bis endlich dann der Sommer kommt.
Und packt man, schließlich muss das sein, den Windschutz für die Ostsee ein,
sieht man in manchen Autoritzen noch weihnachtliche Nadeln sitzen.
Dagegen findet man am Strand nun überall den feinen Sand.
Er ist sofort zwischen den Zehen, er schmirgelt sachte nun beim Gehen
und rieselt langsam, wird er trocken, ins Bett, mit Glück nur in die Socken.
Er hat bereits nach ein paar Stunden den Weg ins Portemonnaie gefunden,
in Taschen, in die Pillendose, in‘ Zwickel von der Badehose
und hat man Pech, hat man beim Gähnen selbst auch noch Sand zwischen den Zähnen.
Und dann zu Hause: Einkaufstüten so manche Prise Sand noch hüten.
So wird es Herbst und unterdessen ist Ostseesand schon längst vergessen.
Jetzt freut sich jeder ganz und gar nur auf das schönste Fest im Jahr!

Adventlich wird das ganze Haus! Geschmückt und sauber sieht es aus!
Das Weihnachtsfest kündigt sich an. Jetzt muss der Tannenbaum noch ran!

.....

Moment! - Da klingelt es im Ohr. Das kommt einem doch spanisch vor.
War da nicht schon mal was bekannt mit Ostseenadeln – Weihnachtssand?

*****

Vorschaubild: Tannenbaum von TanteTati via pixabay.com, gemeinfrei

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