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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Die deutschen Auswanderer

Die deutschen Auswanderer

Heinrich Schacht

„O Deutschland, kannst du ohne Grauen..."

„Ein stolzes Schiff zieht langsam durch die Wellen, es fährt uns unsere deutschen Brüder fort". Dieses Auswandererlied aus dem Jahr 1850 ruft in Erinnerung, dass im 19. Jahrhundert über 5 Millionen Deutsche Zuflucht in den USA und anderen amerikanischen Staaten gesucht haben. Die meisten flohen aus wirtschaftlicher Not, viele aber waren auch politisch Verfolgte oder mit dem Tod bedrohte Freiheitskämpfer wie der spätere US-Innenminister Carl Schurz (1829 - 1906). In den Ländern, in die sie flohen, wurden sie meist nicht freundlich willkommen geheißen. Immerhin konnten sie auf einem „stolzen Schiff" anreisen und waren nicht auf hochgefährliche Schlepperboote angewiesen. Heute sind ihre Nachkommen fest integriert und leisten ihren Anteil zur Wohlfahrt in ihren Aufnahmeländern. 20 % der US-Amerikaner geben an, mindestens einen deutschen Vorfahren zu haben.

Andreas Schneider

Die deutschen Auswanderer

Ein stolzes Schiff zieht langsam durch die Wellen,
Es führt uns unsere deutschen Brüder fort,
Die Flagge weht, die weißen Segel schwellen,
Amerika ist der Bestimmungsort;
Auf dem Verdecke stehen bunte Reihen
Dem Vaterland den Abschiedsgruß zu weihen.

Dort zieh‘n sie hin, wer wagt es noch zu fragen:
Warum verlassen sie ihr Vaterland?
O Deutschland, Deutschland! Kannst du es ertragen,
Dass deine Völker werden so verbannt?
Schaut her, ihr Landesväter, seht sie ziehen,
Seht eure schönsten Arbeitskräfte fliehen.

Wir stehen hier am heimatlichen Strande
Und blicken unseren deutschen Brüdern nach,
Nicht Hochmut treibt sie aus dem Vaterlande,
Nein, Nahrungslosigkeit und Not und Schmach.
So fliehen sie das Land, das sie geboren
Und haben sich ein fernes Grab erkoren.

Dort zieh‘n sie hin auf wilden Meereswogen,
Arm kommen sie im fernen Weltteil an,
Und unterm fremden, weiten Himmelsbogen
Erwartet Sie ein neues Schicksal dann.
O Deutschland, Deutschland! Kannst du ohne Grauen
Die Flucht der armen Landeskinder schauen?

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