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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Ach wie ist's möglich dann

Ach wie ist's möglich dann

Liebe, Leidenschaft und Leiden sind oft nicht weit voneinander entfernt. Das zunächst anonyme Volkslied Ach, wie ist’s möglich dann aus dem Raum Hildburghausen lässt sich in seiner Entstehungsgeschichte bis zu den Anfängen des 18.Jahrhunderts zurückverfolgen. Zwischen 1750 und 1780 wurde der anonyme Text erstmalig veröffentlicht. Annährend gleichzeitig fand das Stück unter anonymer Komposition Zugang in das Fliegende Blatt Neun schöne neue Weltliche Lieder sowie auch um 1800 in Drei schöne neue Lieder. Die Popularität des Liebesliedes nahm nach der Variation des Textes durch Helmine von Chezy(1783-1856) zu, nachdem die neuere Dichtung vielfach nachgedruckt wurde. Die heute bekannte Melodie geht in der Bearbeitung der Volksweise auf den bekannten deutschen Komponisten Friedrich Wilhelm Kücken (1810-1882) zurück, der das Werk 1827 veröffentlichte. Der vierstimmige Chorsatz für Männerstimmen von Friedrich Silcher (1789-1860) erschien im selben Jahr in dessen Liedersammlung und verlieh dem Stück einen neuen Charme.

Carolin Eberhardt


1.Strophe

Ach, wie ist's möglich,

daß ich dich lassen kann,

hab dich von Herzen lieb,

das glaube mir!

Du hast die Seele mein

so ganz genommen ein,

daß ich kein And're lieb,

als dich allein.


2. Strophe

Blau ist ein Blümelein,

das heißet Vergißnichtmein;

leg' es an's Herze dein

und denk an mich!

Stirbt Blum' und Hoffnung gleich,

sind wir an Liebe reich,

denn die stirbt nie bei mir,

das glaube mir!


3. Strophe

Wär ich ein Vögelein,

wollt' ich bald bei dir sein,

scheut' Falk' und Habicht nicht,

flög' schnell zu dir.

Schöß' mich ein Jäger tot,

sänk' ich in deinen Schoß;

säh'st du mich traurig an,

gern stürb' ich dann.


*****

Vorschaubild: Hintergrund: Buchpapier mit Blumentextur, 2016, bereitgestellt von: LwcyD via pixabay CCO Creative Commons; Engel mit Rose, 2019, bereitgestellt von: GDJ via pixabay CCO Creative Commons; Dekorativer Herzrahmen, 2016, bereitgestellt von: GDJ via pixabay CCO Creative Commons; Silcher, Friedrich: Volkslieder, gesammelt und für vier Männerstimmen gesetzt. Nebst einem Anhang mit Trauerliedern. Neue Ausgabe.5. und 6. Tausend, Tübingen: H.Laupp, 1902, S.246: Nur du allein; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

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