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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Hänschen klein

Hänschen klein

Die Erfahrungen eines jungen Mannes, der in die Welt zieht, um sein klein Glück zu finden. Davon handelte ursprünglich das bekannte Kinderlied Hänschen klein. In der heutigen Variante wird die Geschichte eines entlaufenen Kindes erzählt. Der Dresdner Lehrer Franz Wiedemann (1821-1882) veröffentlichte den Text 1860 im Anhang des Bandes Alte Lieder, neue Worte im Rahmen seiner Sammlung Samenkörner für Kinderherzen. Der erzieherische Text soll Kindern menschliche Nähe, Abschied, Trennungsschmerz und Wiederfinden vermitteln. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist eine Kombination der ursprünglichen ersten und zweiten Strophe Wiedemanns publik geworden. Der gesamte Umfang von drei Strophen ist dagegen weniger bekannt. Die heute gesungene Melodie stammt von dem Stück Fahret hin und wurde bereits in der ersten Veröffentlichung von Wiedemann dafür vorgesehen.

Carolin Eberhardt



1. Strophe

Hänschen klein, ging allein
In die weite Welt hinein,
Stock und Hut steht ihm gut,
Ist auch wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
Hat ja nun kein Hänschen mehr.
Wünsch dir Glück, sagt ihr Blick,
Komm nur bald zurück!


2. Strophe

Viele Jahr, trüb und klar,
Hänschen in der Fremde war.
Da besinnt sich das Kind,
Ziehet heim geschwind.
Doch, nun ist’s kein Hänschen mehr,
Nein, ein großer Hans ist er;
Schwarz gebrannt Stirn und Hand.
Wird er wohl erkannt?


3. Strophe

Eins, Zwei, Drei gehn vorbei,
Wissen nicht, wer das wohl sei.
Schwester spricht: Welch’ Gesicht!
Kennt den Bruder nicht.
Kommt daher die Mutter sein,
Schaut ihm kaum ins Aug hinein,
Ruft sie schon: Hans! Mein Sohn!
Grüß dich Gott, mein Sohn!



*****



Vorschaubild: Porträt eines Jungen, 2016, Urheber: Jo-B via pixabay gemeinfrei.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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