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Berndt Seite

Augentrost

In den vielen Werkstätten des Anthropozän zieht Berndt Seite an den Fäden des Moments und befragt mit ihnen den längst abhanden geratenen Sinn des Lebens.

Joseph, lieber Joseph mein

Joseph, lieber Joseph mein

Bereits seit dem 12. Jahrhundert ist  dieses Weihnachtslied bekannt, allerdings unter dem Titel „Resonet in laudibus“, einem lateinischen Weihnachtshymnus bzw. einem mittelalterlichen Choral in lateinischer Sprache. Erstmalig wurde das altdeutsche Wiegenlied „Joseph, lieber Joseph mein“ in lateinischer Sprache im 14. Jahrhundert in der Leipziger Handschrift (Nr. 1305) aufgezeichnet. Zu größerer Bekanntheit als Weihnachtslied gelangte das Stück im 15. Jahrhundert durch den Mönch von Salzburg, der es explizit als Weihnachtslied deklarierte. Einige Quellen benennen den Mönch, dessen Name nicht bekannt ist, sogar als Urheber von Text und Melodie. Erst 1544 wurde das Lied von Johann Walter mit einem deutschen Text versehen, er veröffentlichte es in seinem „Eyn geystlich Gesangk Buchleyn“, umgangssprachlich als „Walthersches Gesangsbüchlein“ bezeichnet. Heute existieren verschiedene Strophenvarianten, einige beschränken sich auf drei, andere auf sechs, nur wenige verwenden alle acht Strophen.

Hoffmann von Fallersleben teilte das Stück in zwei Lieder, die erste und zweite Strophe bildeten eines, Strophe 3 bis 8 bildeten das zweite. Inhaltlich ist dieser Schritt durchaus nachzuvollziehen, da in den ersten beiden Strophen ein Dialog zwischen Maria und Joseph entsteht, die anderen Strophen sich nicht auf eine bestimmte Person oder ein Gespräch beziehen, sondern Gott preisen und ausschließlich religiöse Inhalte aufweisen.

Heute ist das Weihnachtslied im deutschen Sprachgebrauch weit verbreitet. Auch in Großbritannien und Polen ist es in der jeweiligen Sprache vertreten.

Carolin Eberhardt

Melodie anhören: 

1. Strophe
Joseph, lieber Joseph mein,
hilf mir wiegen mein Kindelein!
Gott, der wird dein Lohner sein
im Himmelreich, der Jungfrau Sohn Maria.

2. Strophe
Gerne, liebe Maria mein,
helf ich dir wiegen dein Kindelein,
Gott, der wird mein Lohner sein,
im Himmelreich, der Jungfrau Sohn Maria.

3. Strophe
Freu dich nun, o Christenschar!
Der himmlische König klar
nahm die Menschheit offenbar,
den uns gebar die reine Magd Maria.

4. Strophe
O ewges Vaters ewges Wort,
wahr Gott, wahr Mensch, der Tugend Hort
in HImmel und Erde hie und dort,
dich hat geborn die reine Magd Maria.

5. Strophe
O süßer Jesu auserkorn,
du weißt wohl, dass wir war'n verlor'n:
still uns deines Vaters Zorn,
dich hat geborn die reine Magd Maria.

6. Strophe
O kleines Kind, o großer Gott,
du leidest in der Krippe Not;
der Sünder hie empfangen hat
der Engel Brot, das uns gebracht Maria.

 

Hier geht es zum Notendownload

 

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Bildquelle: Guido Reni - Saint Joseph and the Christ Child - Google Art Project, 1640 via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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