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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Heideröslein

Heideröslein

Johann Wolfgang von Goethe

Sah ein Knab ein Röslein stehn

  

Eine der bekanntesten und beliebtesten Dichtungen Goethes ist das Heideröslein. Er verfasste es in seiner Straßburger Studentenzeit (1770/71), während der er sich in die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion verliebt hatte. Das Gedicht wird daher auch der „Sesenheimer Lyrik" zugeordnet. Es ist an die hundert Mal vertont worden, unter anderem von Franz Schubert und Franz Lehár. Die hier vorliegende Melodie stammt von dem Komponisten Heinrich Werner (1800-1833). Sie ist die bis heute populärste.
Der Text ist vielseitig gedeutet worden. Einige Interpreten wollen ihn als die Schilderung einer Vergewaltigung verstanden wissen. Die jedoch passt nicht zu dem, was wir von Goethes Beziehung zu Friederike Brion kennen. Außerdem ist die Sprachmelodie zu schön, um sie mit so niederträchtigen Vorstellungen in Verbindung zu bringen.
Der Knabe erwacht zum Mann, entdeckt die Reize weiblicher Schönheit und will sie in Besitz nehmen, ohne dabei an Verantwortung zu denken. In dieser Hinsicht ist er noch wie ein Kind, das ohne sich Gedanken zu machen, Blumen pflückt oder interessante Dinge an sich reißt.
Der Knabe erobert das Mädchen und nimmt es sich ohne schlechtes Gewissen. Sie wehrt sich, sticht, doch nicht er, sondern sie muss leiden. Ihr ergeht es ähnlich wie später Fausts Gretchen. Sie wird „ewig" an den Knaben denken, nicht er an sie (bestenfalls an den Spaß, den er mit ihr hatte).
Aus heutigem Verständnis kann man das Heideröslein nur als Spiegelbild vergangener Gesellschaftordnungen akzeptieren. Zynisch klingt der Schlusssatz: „musst´es eben leiden." Er erinnert an den römischen Feldherrn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, der eine Strafaktion gegen unschuldige Soldaten anordnete und zu ihnen sagte: „da müsst ihr eben mal sterben" („moriendum est").

Florian Russi

 

 

 

 

Melodie Anhören

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Lied eingespielt von Tiffany Tabbert 

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