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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Wir alle sind Brüder

Wir alle sind Brüder

- oder: Seid fröhlich und lustig

 

Mit hymnenartiger Melodie wird in dem Lied "Wir alle sind Brüder" (auch unter dem Titel "Seid fröhlich und lustig" bekannt) das schlesische Handwerk besungen. Immer wieder wird betont, dass die armen Handwerksgesellen sich nicht mit Sorgen quälen sollten. Reichtum und adliges Leben wird negativ besetzt. Stattdessen macht Zufriedenheit und einfaches Leben ebenso glücklich.

Kurze Erwähnung findet das Lied auch in Eduard Mörikes Novelle "Der Schatz" (1836). In ihr beginnt der Protagonist Franz Arbogast "das frische Kernlied an zu singen".

 

Tiffany Tabbert

 

Wir alle sind Brüder

Frisch, lustig und fröhlich, ihr Handwerksgesellen!
Und tut euch mit ängstlichen Sorgen nicht quälen!
Denn nicht Reichtum macht glücklich
Zufriedenheit macht reich;
wir alle sind Brüder, wir alle sind gleich.

Wir haben schon Kaiser und Könige gesehen,
sie tragen goldne Kronen und müssen vergehen;
Denn nicht Reichtum macht glücklich
Zufriedenheit macht reich;
wir alle sind Brüder, wir alle sind gleich.

Der Reiche lebt herrlich in großen Palasten,
Der Arme der muß ja oft hungern und fasten.
Denn nicht Reichtum macht glücklich
Zufriedenheit macht reich;
wir alle sind Brüder, wir alle sind gleich.

 

 

 

*****

Vorschaubild gesetzt von Tiffany Tabbert. Unter Verendung von "Was willst du werden?" (1880), gemeinfrei.

Noten gesetzt von Tiffany Tabbert. 

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