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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Des Lilienmädchens Wiegenlied

Des Lilienmädchens Wiegenlied

Ein Schlaflied am Abend vertreibt den Kummer des Tages und wiegt kleine Kinder sanft in den Schlaf. Des Lilienmädchens Wiegenlied von Ernst Moritz Arndt (1769-1860) wurde in einer dreistimmigen Chorkomposition durch Friedrich Silcher (1789-1860) vertont. Der bekannte deutsche Komponist veröffentlichte das Stück in Zwölf Kinderlieder aus dem Anhange des Specter’schen Fabelbuches.

Carolin Eberhardt

1. Strophe

Schlafe, Kindlein, hold und weiß,

daß noch nichts von Sorgen weiß,

schlaf in stiller süßer Ruh,

thu die kleinen Äuglein zu.


2. Strophe

Draußen steh’n die Lilien weiß,

haben aller schönsten Preis,

droben in der lichten Höh‘

steh’n die Englein weiß wie Schnee.


3. Strophe

Kommt, ihr Englein, weiß und fein!

Wiegt mir schön mein Kindelein,

wiegt sein Herzchen fromm und gut,

wie der Wind der Lilie thut.


4. Strophe

Schlafe, Kindlein, schlafe nun!

Sollst in Gottes Frieden ruh’n,

denn die frommen Engelein

wollen deine Wächter sein.


*****

Vorschaubild: Porträt eines schlafenden Kindes, Bleistiftzeichnung, 2015, bereitgestellt von dragonflyaria via pixabay CCO Creative Commons; Zwölf Kinderlieder aus dem Anhange des Specter-schen Fabelbuches, Heft II., zweite Aufflag, Tübingen: Verlag der Laupp'schen Buchhandlung, 1844, S.8; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

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