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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Geh aus, mein Herz

Geh aus, mein Herz

Paul Gerhardt

Das geistliche Sommerlied, welches in der ursprünglichen Gedichtform Paul Gerhardts 15 Strophen umfasste, erschien in der fünften Auflage des Gesangbuchs Praxis Pietatis Melica, welches weitere 79 Lieder des Pfarrers Gerhardt enthielt und vom Kantor der Berliner Nikolaikirche, Johann Crüger, 1653 herausgegeben wurde. Seit dieser ersten Veröffentlichung wurde das Stück mehrfach vertont, unter anderem von Johann Georg Ebeling (1637-1676). Die heute bekannte Melodie wurde 1813 von August Harder (1775-1813) erdacht. Als Loblied an den Herrn spiegelt es den unerschütterlichen Glauben Gerhards wider, welcher trotz seiner persönlichen Schicksalsschläge während des Dreißigjährigen Krieges seine religiöse Verbundenheit in vielen seiner Werke kundtat. Die größte Verbreitung erlangte Geh aus, mein Herz als Wanderlied während der Jugendbewegung und fand daraufhin in sechsstrophiger und vierstimmiger Variante Eingang in nahezu alle Liederbücher der Wandervögel.

Carolin Eberhardt

1.Strophe

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

2.Strophe

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

3.Strophe

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder.
Die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

4. Strophe

Die unverdrossne Bienenschar
fliegt hin und her, sucht hier und da
ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise.

5. Strophe

Ich selber kann und mag nicht ruhn;
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

6. Strophe

Welch‘ hohe Lust, welch heller Schein
wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muss es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim
mit unverdross‘nem Mund und Stimm‘
ihr Halleluja singen?

7. Strophe

O wär ich da! O stünd ich schon,
ach süßer Gott, vor deinem Thron
und trüge meine Palmen:
So wollt ich nach der Engel Weis
erhöhen deines Namens Preis
mit tausend schönen Psalmen.


*****

Vorschaubild: Frühlingsblumen, 2017, bereitgestellt von Owantana via pixabay; Wiese, 2014, bereitgestellt von Clker-Free-Vector-Images via pixabay CCO Creative Commons; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

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