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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Es ist ein Schnee gefallen

Es ist ein Schnee gefallen

Das altdeutsche Volkslied aus dem Bayrischen Land übermittelt einen Eindruck vom Alltag der Menschen des 16. Jahrhunderts. Laut Überlieferungen soll das Stück erstmalig 1467 in einer Münchener Handschrift festgehalten worden sein. Erste Veröffentlichungen von Es ist ein Schnee gefallen erschienen allerdings erst 1520 im gedruckten Lautenbüchlein von Jakob Thurner sowie 1582 im Abraser Liederbuch. Variationen erfuhr es unter anderem durch den bekannten Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe (*1749, † 1832) sowie den Schriftsteller Ludwig Uhland (*1787, † 1862).

Carolin Eberhardt

Text:

1. Es ist ein Schnee gefallen,
wann es ist noch nit Zeit;
ich wollt zu meinem Buhlen gan,
der Weg ist mir verschneit.

2. Es gingen drei Gesellen
spazieren um das Haus;
das Maidlein was behende,
es lugt zum Laden aus.

3. Der ein der was ein Reiter,
ein ander ein Edelmann,
der dritt ein stolzer Schreiber,
denselben wollt es han.

4. Er tät dem Maidlein kromen
von Seiden ein Haarschnurr;
er gab demselben Maidlein:
Bind du dein Haar mit zu!

5. Ich will mein Haar nit binden,
ich will es hangen lan.
Ich will wohl diesen Sommer lang
fröhlich zum Tanze gan.

*****

Vorschaubild - Baum mit Schnee bedeckt von Claudia Grabalowski

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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