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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Nun will der Lenz uns grüßen

Nun will der Lenz uns grüßen

Karl Ströse

Beliebtes Frühlingslied

Beim Texten dieses Liedes hat sich Karl Ströse von einem Lied des mittelalterlichen Minnesängers Neidhart von Reuental anregen lassen. Dieses Lied mit dem Titel „Diu Zît ist hie" ist dem Sommer und der Liebe zugedacht. Ströse veröffentlichte seinen „Lenz" in einer Lyriksammlung, die er im Jahr 1878 unter dem Titel „Deutsche Minne aus alter Zeit, Ausgewählte Lieder des Mittelalters - frei übertragen" herausgab. Es ist Gedicht auf den Frühling und drückt die Freude aus, die unsere Vorfahren noch mehr als uns überkam, wenn der Frühling mit seiner Wärme und seinen bunten Farben das „Winterleid" verdrängte. Auch in der Jugend- und Wanderbewegung sang man gerne dieses Lied, wenn es wieder möglich war, schlecht geheizte „graue Mauern" zu verlassen, hinaus in Wald und Feld aufzubrechen und die farbenprächtige Natur zu erleben. Auch wir freuen uns, wenn der Lenz und begrüßt und „zum Maientanze" einlädt.

Der Komponist der heute verbreiteten Melodie ist nicht bekannt. Sie erschien anonym erstmals in einer 1886 in Zürich herausgegebenen „Sammlung von Volksgesängen für den Männerchor".

Florian Russi

 

 

  1. Nun will der Lenz uns grüßen,
    von Mittag weht es lau;
    aus allen Wiesen sprießen
    die Blumen rot und blau.
    D'raus wob die braune Heide
    sich ein Gewand gar fein
    und lädt im Festtagskleide
    zum Maientanze ein.

  2. Waldvöglein Lieder singen,
    wie ihr sie nur begehrt.
    D'rum auf zum frohen Springen,
    die Reis' ist Goldes wert!
    Hei, unter grünen Linden,
    da leuchten weiße Kleid'!
    Heißa, nun hat uns Kinden
    ein End all Wintersleid!

 

*****

Vorschaubild: Rita Dadder

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