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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Aus ihrem Schlaf erwachet

Aus ihrem Schlaf erwachet

Wolfgang Amadeus Mozart

Das vorliegende Frühlingslied ist manch einem in seiner Weise vielleicht eher bekannt aus Mozarts Titus unter dem Titel „In deinem Arm zu weilen“. Und tatsächlich wurde die Melodie des Stücks mit einem neuen frühlingshaften Text versehen. Der deutsche Schriftsteller Ernst Theodor Johannes Brückner ersann sich das Frühlingslied 1801 und kombinierte es mit der anspruchsvollen, tragenden, und dennoch leichtfüßigen, Komposition des großen Meisters.

Carolin Eberhardt

  1. Strophe

Aus ihrem Schlaf erwachet von neuem die Natur;

seht, wie die Sonne lachet heraus auf unsre Flur!

Sie wärmet uns nun wieder mit ihrem goldnen Strahl;

der Hirten Flötenliederertönen in dem Tal,

ertönen in dem Tal.

 

  1. Strophe

Das junge Veilchen bietet uns seinen Balsam dar,

der holde Lenz vergütet, was uns genommen war.

Er meints so gut, so bieder, teilt neue Freuden aus

und lockt uns alle wieder ins freie Feld hinaus.

 

  1. Strophe

Drum hascht am Rasensaume sein Kleid, eh es verblüht;

und hin zum leeren Raume der Nichtigkeiten flieht.

Denn kurze Zeit nur weilet sein Fuß auf unser Flur;

ist er einmal enteilet hinweg ist jede Spur.

 

*****
Vorschaubild: frühling-vogel-vogel-meise-feder-2295434, 2017, Urheber: JillWellington via Pixabay CCO.

Notensatz: Carolin Eberhardt; © Bertuch Verlag.

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