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Alles still!

Alles still!

Theodor Fontane

Der deutsche Dichter und bedeutende Vertreter der literarischen Epoche des Realismus beschreibt in seinem Gedicht anschaulich die winterliche Stille der Natur. Dabei zieht Fontane den Vergleich zwischen sommerlichen Sinneseindrücken und winterlichem Erleben. Wehmütig gedenkt er den belebten und geräuschvollen Sommertagen, dabei tropft sein Herz heiße Tränen auf „die kalte Winterpracht“. Doch ist die winterliche Stille nicht zwangsläufig immer mit Trauer oder Sehnsucht zu verbinden. Insbesondere in Zeiten des schnelllebigen, lauten 21. Jahrhundert ist eine allumfängliche Ruhe kaum zu finden und wird, sollte sie doch einmal erlebt werden können, als entspannend und angenehm empfunden.

Carolin Eberhardt

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht -
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.

 

*****

Vorschaubild: gefrostete-blätter-1131038, 2016, Urheber: PhotoMIX-Company via Pixabay CCO.

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