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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meister und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Die Gläubigen

Die Gläubigen

Florian Russi

Ein Ehepaar war Mitglied in einer kleinen Glaubensgemeinschaft, die sich „Kinder Gottes“ nannte. Geleitet wurde sie von einem Propheten, den alle als von Gott gesandt und als Wunderheiler verehrten. Vorgänger dieses Propheten hatten aus heiligen Schriften errechnet, dass Gott die Erde und den Menschen im Jahr 5625 vor unserer Zeitrechnung an sieben Tagen erschaffen hatte.

Das Ehepaar hatte eine kleine Tochter. Als die plötzlich schwer krank wurde, liefen die Eltern mit ihr zum Propheten und baten ihn um Hilfe. Der Prophet legte dem Kind seine Hand auf die Stirn und sprach fromme Worte. Als sich der Zustand des Mädchens nicht verbesserte, wiederholte er dieses Ritual immer wieder. Außerdem forderte er die Gemeinde auf, für das Kind zu beten.

Trotz der Bemühungen verschlechterte sich der Zustand des Mädchens immer mehr. In ihrer Verzweiflung wandten die Eltern sich an einen entfernten Verwandten. Der war ein liberal denkender Arzt und arbeitete in einer Klinik. Als er die Tochter sah, befürchtete er, dass sie in großer Todesgefahr war. Er brachte die Eltern dazu, das Kind in sein Krankenhaus zu bringen. Dort gelang es den Ärzten, die Kleine im letzten Moment mit einem neu entwickelten Medikament zu heilen.

Als die glücklichen Eltern sich überschwänglich bei ihrem Verwandten bedankten, sagte er zu ihnen: „Das Medikament, das eurer Tochter das Leben gerettet hat, konnte nur entdeckt und entwickelt werden, weil die Forscher die menschliche DNA bis in die Urzeit der Menschheit verfolgt haben. Die Erde besteht bereits seit über vier Milliarden Jahren und seit mehr als zweieinhalb Millionen Jahren leben Menschen auf ihr. Es ist eindeutig erwiesen, dass die Welt nicht erst im Jahr 5625 erschaffen worden sein kann. Erst kürzlich wurde in der Nähe von hier das Skelett eines Dinosauriers ausgegraben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Tier vor über 100 Millionen gelebt hat. Nehmt also die Wissenschaft zur Kenntnis und hört auf, den inhaltslosen Worten eures Propheten zu glauben Das führt euch nur in die Irre und bringt euch, wie ihr bei eurer Tochter gesehen habt, in höchste Gefahren.“

Da antworteten die Eltern: „Glauben und Wissen ist nicht dasselbe. Da, wo wir sie brauchen, nutzen wir gern die Erkenntnisse der Wissenschaft. Das aber hindert uns nicht daran, weiterhin gläubig zu sein.“

Fazit: Wer glauben will, glaubt.

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Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

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