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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt

Zu einer fröhlichen, leichten und beschwingenden Melodie gibt das traditionelle Hochzeitslied den Abriss eines gesamten Lebens wieder. Ob bei der Geburt, der ersten Liebe oder der eigenen Hochzeit: Tränen der Freude oder des Schmerzes begleiten uns ein Leben lang. In der Vulkaneifel war und ist es heute zum Teil noch Tradition, das Stück bei dem Polterabend, dort nach der standesamtlichen Trauung üblich, gemeinsam für das Brautpaar zu singen. In der schwäbischen Kultur sang es die Hochzeitsgemeinschaft anlässlich des sogenannten „Heimsingens“, also beim Abschluss einer Hochzeit.

Carolin Eberhardt.

 

1. Strophe

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt,

bringt man als Kind schon eine Träne mit.

Freud und Tränen bringt beim ersten Gruß

das Kind der Mutter mit dem ersten Kuss.

 

2. Strophe

Man wächst empor, gleich zwischen Freud und Schmerz,

so zieht die Liebe in das junge Herz

und offenbart das Herz der Jungfrau sich

und eine Träne spricht: Ich liebe dich.

 

3. Strophe

Wie schön ist doch die Träne einer Braut,

wenn der Geliebte ihr in Auge schaut.

Man schließt das Band, sie werden Weib und Mann,

so geht der Kampf mit Not und Sorgen an.

 

4. Strophe

Und wenn der Mann die Hoffnung schon verlor,

blickt noch das Weib vertrauensvoll empor

zum Sternenzelt, zum heiteren Himmelslicht

und eine Träne spricht: Verzage nicht!

 

5. Strophe

Der Mann wird Greis, die Scheidungsstunde schlägt,

dann stehn um ihn die Seinen tief bewegt.

Und aller Augen sind auf ihn gericht't

und eine Träne spricht: Vergiss mein nicht!

 

6. Strophe

Und still verklärt blickt noch empor der Greis

in seiner Kinder-, seiner Enkelkreis.

Im letzten Kampf, ja selbst noch im Vergehn

spricht eine Träne noch: Auf Wiedersehn.

 

Notendownload: hier

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