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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt

Zu einer fröhlichen, leichten und beschwingenden Melodie gibt das traditionelle Hochzeitslied den Abriss eines gesamten Lebens wieder. Ob bei der Geburt, der ersten Liebe oder der eigenen Hochzeit: Tränen der Freude oder des Schmerzes begleiten uns ein Leben lang. In der Vulkaneifel war und ist es heute zum Teil noch Tradition, das Stück bei dem Polterabend, dort nach der standesamtlichen Trauung üblich, gemeinsam für das Brautpaar zu singen. In der schwäbischen Kultur sang es die Hochzeitsgemeinschaft anlässlich des sogenannten „Heimsingens“, also beim Abschluss einer Hochzeit.

Carolin Eberhardt.

 

1. Strophe

Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt,

bringt man als Kind schon eine Träne mit.

Freud und Tränen bringt beim ersten Gruß

das Kind der Mutter mit dem ersten Kuss.

 

2. Strophe

Man wächst empor, gleich zwischen Freud und Schmerz,

so zieht die Liebe in das junge Herz

und offenbart das Herz der Jungfrau sich

und eine Träne spricht: Ich liebe dich.

 

3. Strophe

Wie schön ist doch die Träne einer Braut,

wenn der Geliebte ihr in Auge schaut.

Man schließt das Band, sie werden Weib und Mann,

so geht der Kampf mit Not und Sorgen an.

 

4. Strophe

Und wenn der Mann die Hoffnung schon verlor,

blickt noch das Weib vertrauensvoll empor

zum Sternenzelt, zum heiteren Himmelslicht

und eine Träne spricht: Verzage nicht!

 

5. Strophe

Der Mann wird Greis, die Scheidungsstunde schlägt,

dann stehn um ihn die Seinen tief bewegt.

Und aller Augen sind auf ihn gericht't

und eine Träne spricht: Vergiss mein nicht!

 

6. Strophe

Und still verklärt blickt noch empor der Greis

in seiner Kinder-, seiner Enkelkreis.

Im letzten Kampf, ja selbst noch im Vergehn

spricht eine Träne noch: Auf Wiedersehn.

 

Notendownload: hier

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