Deutschland Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.deutschland-lese.de
Unser Leseangebot

Florian Russi
Papier gegen Kälte

Manfred Hoffmann, ehemals Klassenbester, ist ein angesehener Kinderarzt mit eigener Praxis und strebt nach dem Professorentitel. Stets bemüht, allen in ihn gesetzten Erwartungen zu entsprechen, steuert sein Leben in eine Sackgasse. Die jahrelange wissenschaftliche Arbeit erweist sich plötzlich als vergebens, sein Karriereaufstieg ist gefährdet, seine Ehe gescheitert, alle Erwartungen enttäuscht. Auf der Suche nach Genugtuung und nach Rechtfertigung begibt er sich auf Wege, die gefährlich weit in die Netze der organisierten Kriminalität ziehen.

Eine packende Mischung aus Entwicklungsroman und spannendem Thriller.

auch als E-Book erhältlich

Die Ulme zu Hirsau

Die Ulme zu Hirsau

Ludwig Uhland

Ludwig Uhland (1787-1862) hat nicht viele, aber sehr beliebte Balladen („Bertran de Born", „Des Sängers Fluch", „Schwäbische Kunde" u.a.) geschrieben. Sie alle sind von klarer Aussagekraft. Die Ulme von Hirsau wurzelt in der Enge von alten Klostermauern. Doch ihre Äste breiten sich darüber aus und streben nach Sonne und frischer Luft. Uhland vergleicht den Baum mit dem Reformator Martin Luther, der ebenfalls enge Klostermauern überwunden hatte. Für den überzeugten Protestanten und Demokraten war es ein wichtiges Ziel der Menschen, sich aus überkommenen Hierarchien, aus Dogmatismus und weltanschaulicher Gängelei zu befreien.

Florian Russi

 

Zu Hirsau, in den Trümmern,
Da wiegt ein Ulmenbaum,
Frisch grünend, seine Krone
Hoch über'm Giebelsaum.

Er wurzelt tief im Grunde
Vom alten Klosterbau,
Er wölbt sich statt des Daches
Hinaus in Himmelsblau.

Weil des Gemäuers Enge
Ihm Luft und Sonne nahm,
So trieb's ihn hoch und höher,
Bis er zum Lichte kam.

Es ragen die vier Wände,
Als ob sie nur bestimmt,
Den kühnen Wuchs zu schirmen,
Der zu den Wolken klimmt.

Wenn dort im grünen Tale
Ich einsam mich erging,
Die Ulme war's, die hehre,
Woran mein Sinnen hing.

Wenn in dem dumpfen, stummen
Getrümmer ich gelauscht,
Da hat ihr reger Wipfel
Im Windesflug gerauscht.

Ich sah ihn oft erglühen
Im ersten Morgenstrahl;
Ich sah ihn noch erleuchtet,
Wann schattig rings das Tal.

Zu Wittenberg, im Kloster,
Wuchs auch ein solcher Strauß
Und brach mit Riesenästen
Zum Klosterdach hinaus.

O Strahl des Lichts! du dringst
Hinab in jede Gruft.
O Geist der Welt! du ringest
Hinauf in Licht und Luft.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Das Lied von der Glocke
von Friedrich Schiller
MEHR
Die Sonne bringt es an den Tag
von Adelbert von Chamisso
MEHR
Der Knabe im Moor
von Annette von Droste-Hülshoff
MEHR
Der Zauberlehrling
von Johann Wolfgang von Goethe
MEHR
Schön-Rohtraut
von Eduard Mörike
MEHR
Werbung