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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Die Ulme zu Hirsau

Die Ulme zu Hirsau

Ludwig Uhland

Ludwig Uhland (1787-1862) hat nicht viele, aber sehr beliebte Balladen („Bertran de Born", „Des Sängers Fluch", „Schwäbische Kunde" u.a.) geschrieben. Sie alle sind von klarer Aussagekraft. Die Ulme von Hirsau wurzelt in der Enge von alten Klostermauern. Doch ihre Äste breiten sich darüber aus und streben nach Sonne und frischer Luft. Uhland vergleicht den Baum mit dem Reformator Martin Luther, der ebenfalls enge Klostermauern überwunden hatte. Für den überzeugten Protestanten und Demokraten war es ein wichtiges Ziel der Menschen, sich aus überkommenen Hierarchien, aus Dogmatismus und weltanschaulicher Gängelei zu befreien.

Florian Russi

 

Zu Hirsau, in den Trümmern,
Da wiegt ein Ulmenbaum,
Frisch grünend, seine Krone
Hoch über'm Giebelsaum.

Er wurzelt tief im Grunde
Vom alten Klosterbau,
Er wölbt sich statt des Daches
Hinaus in Himmelsblau.

Weil des Gemäuers Enge
Ihm Luft und Sonne nahm,
So trieb's ihn hoch und höher,
Bis er zum Lichte kam.

Es ragen die vier Wände,
Als ob sie nur bestimmt,
Den kühnen Wuchs zu schirmen,
Der zu den Wolken klimmt.

Wenn dort im grünen Tale
Ich einsam mich erging,
Die Ulme war's, die hehre,
Woran mein Sinnen hing.

Wenn in dem dumpfen, stummen
Getrümmer ich gelauscht,
Da hat ihr reger Wipfel
Im Windesflug gerauscht.

Ich sah ihn oft erglühen
Im ersten Morgenstrahl;
Ich sah ihn noch erleuchtet,
Wann schattig rings das Tal.

Zu Wittenberg, im Kloster,
Wuchs auch ein solcher Strauß
Und brach mit Riesenästen
Zum Klosterdach hinaus.

O Strahl des Lichts! du dringst
Hinab in jede Gruft.
O Geist der Welt! du ringest
Hinauf in Licht und Luft.

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