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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Die männlichen Triebe

Die männlichen Triebe

Florian Russi

Am Weltfrauentag klagte eine Frau ihrer Freundin gegenüber, wie aussichtslos die Bemühungen seien, die Machogefühle der Männer gegenüber ihren Frauen zu zügeln. „Weltweit werden in jedem Jahr Milliarden Frauen unterdrückt, gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt. Das geschieht, obwohl die Vereinten Nationen die Gleichberechtigung aller menschlichen Wesen fordern. Es ist immer noch so, dass die Männer überall dominieren wollen. Selbst in einem Rechtsstaat wie dem unseren wurden im vergangenen Jahr über 300 Frauen von ihren Männern oder eifersüchtigen Liebhabern umgebracht.“

„Da weiß ich mir leider auch nur sehr wenig Rat“, antwortete die Freundin. „Doch können wir die Geschichte der Menschheit nicht allein den Genen oder Hormonen überlassen. Meine beiden Brüder wurden von meinen Eltern so erzogen, dass sie immer Respekt vor ihrer Mutter und mir hatten. Während ihrer Pubertät hatten sie viele Probleme, doch das gehört zu jedem Leben dazu. Es wurde als selbstverständlich angesehen, dass sie sich dann mit sich selbst oder auch miteinander oder mit ihren Freunden beschäftigten. Heute sind beide verheiratet, lieben und achten ihre Frauen und haben selbst Kinder. Mit ihnen gehen sie genauso um, wie meine Eltern es mit ihnen getan haben.“

„Wenn aber die Erziehung nichts bewirkt?“, wandte die Frau ein.

„Dann müssen alle Verstöße, wo immer das möglich ist, ohne Kompromisse vom Staat und auch der Gesellschaft verfolgt und geahndet werden.“

Fazit: Wenn wir uns weiter als „Homo sapiens“ bezeichnen wollen, müssen wir uns mehr auf unseren Verstand als auf unsere Hormone verlassen.

 

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Vorschaubild: illustrations/häusliche-gewalt-unterdrückung-frau-7662945/, Urheber: Rosy / Bad Homburg / Germany auf Pixabay; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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