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kurze Theaterstücke für integrative Kindergruppen

Christina Lange und Florian Russi

Die Nachtigall und der Pfau

Die Nachtigall und der Pfau

Jean-Pierre Claris de Florian

Eine Nachtigall sang und viele scharten sich um sie, um ihre wundervolle Stimme zu hören. Da kam ein Pfau hinzugeflogen und krächzte einige raue Laute. „Was findet ihr nur an dieser blassen Nachtigall?“, sagte er zu den Umstehenden. Ihr Gefieder ist grau, ohne jede leuchtende Farbe. Sie ist klein, unscheinbar und unansehnlich. Ihr Schnabel ist kurz und gebogen, kein schöner Anblick. Schaut dagegen auf mich. Mein Schnabel ist gerade und ehrfurchterregend. Mein Gefieder ist von bunter Pracht. Wenn ich es spreize, staunen alle, die es sehen. Meine Schönheit ist unübertroffen. Mir und nicht der Nachtigall müsste eure Bewunderung gelten.“

Die Umstehenden hörten es und antworteten: „Tatsächlich bist du ein großer und prächtiger Vogel. Wer dich sieht, staunt über deine schöne Erscheinung. Die Nachtigall singt nur, doch ihr Gesang trifft unsere Herzen. Was wir aber im Herzen haben, beeindruckt uns mehr und länger als das, was unsere Augen zu sehen bekommen.“

Fazit: Schönheit ist eine Gabe, Gesang auch ein Talent. Schönheit vergeht,
man kann ihr nachtrauern. Einem guten Gesang aber
trauert man nicht nach, sondern behält ihn in schöner Erinnerung.

 

*****

Nacherzählt von Florian Russi

Vorschaubild: Nachtigall: Bild von Catherine auf Pixabay, Pfau: Bild von Gordon Johnson auf Pixabay, bearbeitet und kombiniert von Rita Dadder

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