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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Pessimist und Optimist

Pessimist und Optimist

Horst Fischer

Nach der Fabel „Die Krähe und der Wasserkrug“ von Äsop

An einem heißen Sommerabend erreichten die Krähen Kroox und Kraax ein altes Bauerngehöft. Den ganzen Tag hatten sie verzweifelt nach einem Schluck Wasser gesucht, aber die Sonne hatte alle Pfützen und Tümpel trocken geleckt. Da entdeckten sie unter dem Fallrohr einer Dachrinne einen Eimer, der zur Hälfte mit Wasser gefüllt war. Sofort flogen sie auf den Eimerrand, aber so sehr sie sich auch mühten – sie konnten mit ihren Schnäbeln das Wasser nicht erreichen.

„Oooh“, jammerte Kroox, „der Eimer ist schon halb leer. Das Wasser steht für uns viel zu tief. Wir müssen elendiglich verdursten.“ Damit flatterte er müde in einen schattigen Winkel und legte sich zum Sterben.

„Aaah“, sagte Kraax, „der Eimer ist noch halb voll. Wenn ich es schlau anstelle, werde ich bald zu trinken bekommen.“ Und schon flog er los, holte Kieselstein auf Kieselstein und ließ dieselben in den Eimer fallen. So stieg und stieg das Wasser im Behältnis. Schon nach kurzer Zeit konnte Kraax mit seinem Schnabel das Wasser erreichen und seinen Durst nach Herzenslust stillen.

Und die Moral von der Geschicht‘?
Handeln hilft weiter, klagen nicht.
Und was man sich auch merken soll:
was halb leer ist, ist noch halb voll!

*****

Bildquelle: Zwei Krähen von Mabel Amber via pixabay.com, gemeinfrei

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