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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Die Currywurst

Die Currywurst

Herbert Kihm

Seit Ende des 2. Weltkrieges tobt ein scharfer Streit zwischen zwei Schulen der Currywurstfans, der Hamburger und der Berliner Schule über die Herkunft dieser „Wurst ohne Pelle" bzw. „mit Pelle" und ein Ende ist dabei nicht abzusehen.


Versuchen wir also Licht in das Dunkel verwirrender Hypothesen, romanesker Fakten und wahrer Fiktionen zu bringen.

  1. Out of Africa-Theorie:
    Nach intensiven Recherchen des „Currywurstclubs Hamburg" (curryclub-hamburg.de) entwickelte ein gewisser Salomon in Accra (Ghana) diese Wurst-Saucen-Kreation. Diese Untersuchungsergebnisse führten zu der heftig kontrovers diskutierten Theorie, dass der Ursprung der Wurst im Import selbiger durch einen zwangsrekrutierten, afrikanischen Soldaten der Alliierten im 2. Weltkrieg liegt. Das Rezept wurde dann wohl „raubkopiert".
  2. Berliner Herkunft:
    Die (ein-)gängigste Theorie besagt, dass die Gastronomin Herta Heuwer die typische Sauce im September 1949 zusammen mit den Würsten (ohne Pelle!) ihres Imbisses (heute: Kantstraße 101) verkaufte und somit „die Currywurst durch prohetisches Herumhantieren mit Wurst und Würzmittel" erfand.
  3. Hamburger Herkunft:
    Selbstverständlich wird dies von der Hamburger Schule chilischarf zurück gewiesen. Beharrlich verkündet der Koch Tim Mälzer in seinen Sendungen die Legende, dass die Currywurst aus Hamburg stamme. Ob ihn dabei ein wenig die Neutralität abhanden gekommen ist, um zu einem objektiven Urteil zu kommen, sei dahingestellt, stammt er doch aus Elmshorn, das 32 km nordwestlich von Hamburg liegt. Klopft man die Argumente der Hamburger Schule kritisch auf Fakten ab, so zeigt sich eine doch eher „fiktionale" Faktenlage: Als Urheber der Legendenbildung ist der Schriftsteller Uwe Timm rasch aus zu machen. In seiner Novelle (Novelle, nach Goethe: „eine sich ereignete unerhörte Begebenheit") „Die Entdeckung der Currywurst" (1993) beschreibt er eine fiktive Lena Brücker als Entdeckerin der Currywurst. Konkrete Spuren sucht man in Hamburg allerdings vergeblich.

 

Verlassen wir die blutleeren Gefilde dieses fruchtlosen und ergebnislosen Streites und wenden uns der köstlich pikanten kulinarischen Seite der Currywurst zu. Hier drei Vorschläge für Epikureer unterschiedlicher Gustos:

Der wissenschaftliche Schlemmer: Wer also in der Kombination „Wissen und Essen" Befriedigung sucht, ist mit dem „Deutschen Currywurst Museum Berlin", Schützenstraße 70, 10117 Berlin bestens beraten.

Der historische Schlemmer: Für ihn ist es ein Muss, der Besuch bei „Konopke's Imbiß", Schönhauser Allee 42 (unter der Hochbahn), 10435 Berlin/Prenzlauer Berg. Seit nunmehr 85 Jahren am historischen Ort, eine Attraktion im Nachkriegsberlin, in der ehemaligen DDR und bis heute.

Der *****Gourmet: Laut Pro 7 Galileo gibt es die beste Currywurst Deutschlands und die besten Pommes Hamburgs eben dort logischer Weise und zwar im „Edelcurry", Collonaden und Große Bleichen. Wenn sie glauben, alles schon probiert und gegessen zu haben, dann schwelgen sie doch mit folgendem Menü: Currywurst, Pommes, Caesars Salat, dazu Champagner, danach vielleicht noch einen Averna und ein Espresso - verrückt?-unmöglich?- ja, aaaaaaaaaaaaaber extravagant! Eine Alternative gefällig: Curry Queen, Erikasraße 50, Hamburg-Eppendorf .


Hier mischt ein Sternekoch die Currypulver,vom milden Purple Curry bis zum PQ „Quick Killer"(„Nicht für Jugendliche unter 18 Jahren") und hier gibt's auch die „Wagyu Kobe Stil - Luxuswurst", sie wissen schon,die von den massierten und mit Hopfen gefütterten Rindern.


Unbedingt gehört zu einem solchen Menü natürlich die passende Tischmusik. Vergessen sie also nicht zuvor den Song „Currywurst" von Herbert Grönemeyer „down zu loaden", denn wie heißt es dort: „... Bisse richtig down, brauchse wat zu kaun, 'ne Currywurst...."

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Bildquellen:

alle via wikipedia commons Gedenktafel, Herta Heuwer,Kantstraße 101, Berlin-Charlottenburg, Deutschland, OFTW, Berlin, CC-BY-SA 3.0 ungeschnittene Currywurst mit Pommes frites, Tionelf, public domain Konopkles Imbiß in Berlin-Prenzlauer Berg..,Pedelecs, CC-BY-SA3.0

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