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Das Kräuterweib vom Hexenberg, Band 2

Bedeutung und Anwendung von Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung hiesiger Kräuter und Heilpflanzen.

Wie schon im ersten Heft sind hier Tipps für die Herstellung eigener Hausmittelchen gegen allerhand Alltagszipperlein, wie Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme gesammelt.

Mythen und Mythologien

Mythen und Mythologien

Florian Russi

Mythen sind Erzählungen aus der Bestimmung, Vergangenheit oder Entwicklung der Menschheit, eines Volkes, Stammes oder einer Religion. Sie reichen zumeist in Urzeiten zurück, in denen es noch keine schriftlichen Überlieferungen gab. In der Regel berichten sie von übernatürlichen oder phantastischen Ereignissen. Die Handelnden sind zumeist Götter oder andere übernatürliche Wesen.

Oft versuchen die Mythen, menschliche Schicksale, Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen voranzuführen und zu erklären. So schildert der Mythos vom hübschen Gottessohn Narziss das Phänomen überzogener Selbstverliebtheit, der Ödipus- Mythos das Liebesverlangen eines Sohnes gegenüber seiner Mutter, des Ganymed -Mythos das Phänomen der Homoerotik.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Mythen, so vor allem Gründungs-, Herkunfts-, kosmologische oder eschatologische Mythen. Ein Gründungsmythos ist z. B. der von Romulus als Erbauer Roms. Herkunftsmythen dienen oft dazu, Macht oder Gebietsansprüche zu rechtfertigen, so der Äneas-Mythos den Anspruch Roms auf die Herrschaft über das Mittelmeer oder der Mythos vom Stammvater Abraham den Anspruch der Israeliten auf das Land Kanaan. Viele Adelsgeschlechter führen ihre herrschaftliche Legitimation auf mythische Ursprünge, häufig auf die Abstammung von trojanischen Prinzen, zurück. Kosmologische Mythen, so der Kampf der Giganten im Kronos-Mythos, versuchen, den Anfang der Welt zu erklären, eschatologische schließlich, deren Ende vorauszusagen. Eschatologische Mythen sind z. B. der von der „Götterdämmerung“ im germanischen Kulturraum oder manche modernen „Vorahnungen“ über ein baldiges Weltende. Auch manche Philosophien bauen auf Mythen auf, so Platons Lehre vom Idealstaat oder Marx’ Historischer Materialismus.

Als Mythologien bezeichnet man die die Sammlung der Mythen eines Volkes, Stammes oder einer Religion, so z. B. die „griechische“ oder die „römische Mythologie“. Sinn aller Mythologien ist es, Phänomene und Ereignisse zu schildern, die vor oder außerhalb wissenschaftlicher Erfahrungen und Dokumentationen liegen und damit „Ordnung“ in ein nicht leicht verständliches System zu bringen.

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Vorschaubild: Mårten Eskil Winge: Thors Kampf mit den Riesen (Gemälde, 1872)


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