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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Allerseelen

Allerseelen

Carolin Eberhardt

Der kirchliche Gedenktag Allerseelen, lateinisch „Dies in commemoratione omnium fidelium defunctorum“, wird am 2. November begangen und hat seinen Ursprung im 7. Jahrhundert in Spanien. Vermutlich liegen seine Wurzeln im heidnischen Ahnenkult, an Popularität gewann der Gedenktag im Jahr 998, gefördert durch den Abt Odilo von Cluny, einem Kloster in Frankreich. Zunächst galt das Gedenken nur für die Toten der ihm unterstellten Klöster, erst im Jahr 1915 wurde Allerseelen durch Papst Benedikt XV. auf die gesamte Kirche ausgeweitet. Bereits in seinen Anfängen wurde es als das „Fest aller Toten“ und nicht nur der Heiligen verbreitet.

Hintergrund des Brauchtums ist die Annahme, dass die Seelen der Verstorbenen, nachdem sie vor Gottes Gericht gestanden haben, zunächst an einen Ort der Reinigung, nämlich das Fegefeuer (Prugatorium), verbracht werden. Erst nach dieser Reinigung ist es ihnen gestattet, in den Kreis der Heiligen, in das Himmelreich, aufgenommen zu werden. Um die Toten zu unterstützen, ihre endgültige Erlösung ihrer Seelen zu erlangen, können die Lebenden Gebete sprechen, Buße tun und fasten. Durch die Fürsprache der Hinterbliebenen verkürzt sich die zu bestehende Zeit im Fegefeuer.

Um die Verstorbenen bei der Reinwaschung ihrer Seelen zu unterstützen, werden unter anderem ihre Gräber gesegnet und mit Weihwasser besprengt. Ebenso ziehen die Gläubigen in feierlichen Prozessionen über den Friedhof und beten und singen in der Gemeinschaft. Der alte Volksglauben besagt, dass die Seelen an Allerseelen aus dem Fegefeuer zur Erde aufsteigen, um sich vor ihrem Eintritt in den Himmel von den ausgestandenen Strapazen ihrer Reinwaschung zu erholen.

Die Tradition des Totenfestes zieht ihre Kreise über die gesamte katholische Welt. So wird auch in Lateinamerika dieses Brauchtum gelebt. Bereits am Vortag, Allerheiligen, werden die Gräber geschmückt und ein „Seelenlicht“, eine Grabkerze, aufgestellt. Dabei symbolisiert das Licht die Seele des Verstorbenen. In manchen Regionen wird an diesem Tag ein spezielles Gebäck, die Seelenbrezel, gebacken.

Es hat sich etabliert, dass Allerheiligen und Allerseelen als Doppelfest begangen wird, an beiden Tagen wird den Toten gedacht und an die Lehre des Fegefeuers erinnert. Dennoch ist Allerseelen, im Gegensatz zu Allerheiligen, in keinem deutschen Bundesland ein gesetzlicher Feiertag.

Exkurs:

Insbesondere in Mexiko wird das Fest der Toten ausgiebig gefeiert – mit Musik, Tanz und bunten bzw. makabren Kostümen. In Mexiko-Stadt wird traditionell ein bunter Umzug aus Umzugswagen und Verkleideten zu Ehren der Toten durchgeführt, dem tausende Zuschauer beiwohnen. Ein extremer Kontrast zu den hiesigen Traditionen, bei denen der Gedenktag als stiller Feiertag begangen wird. In Mexiko ist der Tag keine Trauerveranstaltung, sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten. Denn die Seelen der Toten kommen zurück, um ihre Familien zu besuchen. Zu bemerken ist an dieser Stelle, dass der Ursprung des mexikanischen Totentages („Día de los Muertos“) nicht in christlichen, sondern in prä-hispanischen Kulturen, wie zum Beispiel der Azteken, Maya u. a., zu finden ist. In genannter Kultur bedeutete der Tod eine natürliche und verlängerte Phase des Lebens, die Seele beginnt einen neuen Lebensabschnitt, wenn der Körper stirbt. Daher galten die Verstorbenen auch nach ihrem Tod als Teil der Gemeinschaft und wurden nicht betrauert, sondern in Geist und Erinnerung am Leben erhalten.

 

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Textquellen:

>https://www.mdr.de/religion/religion/allerheiligen-allerseelen-halloween-106.html#sprung0 < am 01.11.2023.

>https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Feiertag-Allerheiligen-Ursprung-und-Braeuche-am-1.-November/ < am 01.11.2023.

>https://www.dbk.de/themen/allerheiligen-allerseelen < am 01.11.2023.

>https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/allerseelen-2023-id52568801.html < abgerufen am 01.11.2023.

 

Bildquellen: 

Vorschaubild: herbst-allerheiligen-friedhof-3853469, Urheber: jozefbabij auf Pixabay.

Heidelberg cpg 144 Elsässische Legenda Aurea 338r St. Patricks Fegefeuer, 1419, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

tag-der-toten-mexiko-schädel-568012, Urheber: Darvin Santos auf Pixabay.

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