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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meisetr und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Der weise König

Der weise König

Khalil Gibran

Wer sich heute mit der internationalen Politik befasst, kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Staaten, in denen die Bewohner früher als aufrecht und besonnen galten, scheinen inzwischen verrückt zu spielen. Maßstäbe, die bisher als selbstverständlich galten, scheinen ihre Bedeutung verloren zu haben. Bei der Suche nach einer Erklärung kann die folgende Parabel des libanesischen Dichters und Philosophen Gibran behilflich sein.

Florian Russi

Einst herrschte in der fernen Stadt Wirani ein König, der zugleich mächtig und weise war. Er wurde gefürchtet ob seiner Macht und geliebt ob seiner Weisheit.

Nun gab es im Herzen jener Stadt einen Brunnen, dessen Wasser kühl und klar war wie Kristall, aus dem alle Bewohner tranken, auch der König und seine Höflinge, denn es gab keinen anderen Brunnen.

Eines nachts, als alle schliefen, kam eine Hexe in die Stadt und goss sieben Tropfen seltsamer Flüssigkeit in den Brunnen und sagte: „Wer von dieser Stunde an von diesem Wasser trinkt, der soll verrückt werden.“

Am nächsten Morgen tranken alle Bewohner außer dem König und seinem Kämmerer aus dem Brunnen und wurden verrückt, genau wie die Hexe es vorausgesagt hatte.

Und den ganzen Tag über taten die Leute in den engen Gassen und auf den Marktplätzen nichts anderes, als einander zuzuflüstern: „Der König ist verrückt. Unser König und sein Kämmerer haben den Verstand verloren. Wir können auf keinen Fall von einem verrückten König regiert werden. Wir müssen ihn entthronen.“

Am selben Abend befahl der König, dass ein goldener Becher mit Wasser aus dem Brunnen gefüllt wird. Und als man ihm den Becher brachte, tat er einen tiefen Schluck und gab ihn auch seinem Kämmerer, um daraus zu trinken.

Und es war eine große Freude in der fernen Stadt Wirani, denn ihr König und sein Kämmerer hatten ihren Verstand zurück.

 

*****

entnommen aus: Gibran, Khalil: Der Narr, S. 126, Köln: Anaconda Verlag, 2010.

Vorschaubild: prinz-jung-junge-wasser-teich-35924, Urheber: Clker-Free-Vector-Images via Pixabay CCO.

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