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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Neujahrsglückwünsche, Neujahrsgeschenke und Neujahrskarten

Neujahrsglückwünsche, Neujahrsgeschenke und Neujahrskarten

Andreas Schneider

Neben Böllerschießen und privat oder öffentlich gezündeten Feuerwerken sind zum Jahreswechsel besonders auch Glückwünsche üblich geworden, nicht nur in Deutschland. Gern ruft man sich unter Freunden oder in der Familie noch in der Neujahrsnacht oder am Neujahrstag ein „Prosit Neujahr“ zu oder spricht Gesundheits-, Glück- und Segenswünsche für das neue Jahr aus wie „Ein gutes Neues (Jahr)!“ - auch wenn es häufig nur Höflichkeitsfloskeln sind. Mann muss es damit aber nicht allzu eilig haben: Bis zum Ende des Weihnachtsfestkreises, also bis Lichtmess am 2. Februar, so meinen zumindest Kulturwissenschaftler, können noch Neujahrswünsche ausgesprochen werden, die als einigermaßen schicklich gelten.

Sehr beliebt und viel gebraucht ist besonders der Wunsch „Guter Rutsch!“ Er bedeutet übrigens ursprünglich überhaupt nicht, dass man gut ins neue Jahr hinüber rutschen solle, wie vielfach angenommen wird. Er besagt nicht mehr, als dass man im neuen Jahr gut anfangen möge. Denn im Rutsch steckt das hebräische Wort „rosch“, das „Kopf“ oder „Anfang“ bedeutet; über das jiddische Wort „rojsch“ hat es sich ins Deutsche „gemogelt“ - und so rutschen wir halt ins neue Jahr …

Als Endtermin für noch einigermaßen schickliche Neujahrswünsche gilt das Ende des Weihnachtsfestkreises, also Lichtmess am 2. Februar.
Als Endtermin für noch einigermaßen schickliche Neujahrswünsche gilt das Ende des Weihnachtsfestkreises, also Lichtmess am 2. Februar.

Teilweise waren früher die Glückwunschgänge von Haus zu Haus oder Bekannten zu Bekannten regelrechte Heischegänge, die Neujahrsgeschenke oder andere Gaben „erzwangen“ - zumeist Gebildbrote oder Geldmünzen. Der Geschenktermin ging im 19. Jahrhundert meist mit auf das Weihnachtsfest über – wir wären ja heute auch völlig überfordert, wenn wir nach den überbordernden Geschenkübergaben zu Weihnachten eine Woche später schon wieder „ran“ müssten …

Schon im 14. und 15. Jahrhundert beginnt der Brauch, Neujahrswünsche in Briefen auszutauschen, zunächst nur in fürstlichen und geistlichen Kreisen, der damaligen Elite. Im 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert wurden Ausschneidebögen und Klappkarten als Neujahrswünsche beliebt. Seit 1872 gibt es in Deutschland gedruckte Neujahrsglückwunschkarten, seit den 1950er-Jahren auch in Kombination mit Weihnachtskarten. Inzwischen ist auch das, spätestens seit dem Übergang ins 21. Jahrhundert, fast überall schon wieder Geschichte – in Zeiten von Email, SMS und WhatsApp geht das Beglückwünschen bequemer und schneller eben digital.

Neujahrsansprachen, nicht nur von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs, sind allerdings noch üblich und inzwischen fester Bestandteil politischer Kultur – was über ihre mögliche Beliebtheit oder das Gegenteil freilich noch nicht viel aussagt ...

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Bildquellen:

Neujahrespostkarte aus dem Jahr 1897, gemeinfrei

Viel Glück Urheber: KRiemer via pixabay.com, gemeinfrei


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