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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich? Dabei in aller Gemütlichkeit ein wenig plaudern, Geschichten erzählen, lesen.

156 Seiten, ab 12 Jahre
ISBN: 978-3-937601-31-1
Preis: 12,80 €

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann

Luise Knoll

„Die Wochentage bin ich ein Jurist, höchstens etwas Musiker, sonntags am Tag wird gezeichnet und abends bin ich ein witziger Autor."

 

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann wird am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren. Seine Eltern Louisa Albertina, geb. Doerffer und Christoph Ludwig Hoffmann lassen sich zwei Jahre später scheiden. Ernst Theodor wächst bei seiner Mutter auf. In jungen Jahren erhält er Geigen-, Klavier- und Orgelunterricht. Hoffmann erweist sich als talentierter Musiker und Zeichner. Im Jahr 1782 geht er auf die reformierte Burgschule in Königsberg.  

Nach seiner schulischen Ausbildung studiert er Jura in seiner Heimatstadt. Nach drei weiteren Jahren legt er sein erstes Staatsexamen ab und wird am Gericht in Königsberg als Referendar angestellt. Dabei entwickelt sich ein Liebesdrama mit der neun Jahre älteren und verheirateten Dora Hatt. Aus diesem Grund zieht Hoffmann zu seinem Patenonkel nach Glogan. Zudem wird der junge Ernst Theodor mit zwei weiteren schweren Schicksalsschlägen konfrontiert: Beide Elternteile sterben innerhalb von einem Jahr.
Wenige Jahre später verlobt sich Hoffmann mit seiner Cousine Minna Doerffer. Des Weiteren absolviert er sein zweites Examen. Anschließend geht er nach Berlin zu seinem Onkel und erhält eine Stelle als Referendar am Kammergericht. Außerdem beschäftigt sich Ernst Theodor weiterhin intensiv mit der Musik. Bald darauf entsteht das Singspiel „Die Maske".

Im Jahr 1800 legt er sein drittes Staatsexamen ab und wird als Assessor am Obergericht Posen eingesetzt.

Binnen kurzer Zeit löst Ernst Theodor die Verlobung mit Minna Doerffer auf und heiratet am 26. Juli 1802 Maria Thekla Michaelina Rorer-Trcinska. Indessen wird Hoffmann aufgrund obskurer Karikaturen von einflussreichen Menschen der Posener Gesellschaft nach Plock in eine polnische Kleinstadt strafversetzt. In dieser Stadt widmet er sich der Komposition von Kirchenmusik und Klavierstücken.  

In den folgenden Jahren gibt es eine erste Veröffentlichung seines literarischen Werkes „Schreiben des Klostergeistlichen". Trotz seines Erfolgs wird er nach Warschau als Regierungsrat versetzt. Dort lernt er wichtige Menschen kennen, wie zum Beispiel Friedrich Ludwig Zacharias, die sein weiteres Leben prägen sollten. 

1805 wird seine Tochter Cäcilia geboren. Durch den Einmarsch der Franzosen lösen sich die preußischen Behörden auf und Hoffmann verliert seine Arbeitsstelle. Familie Hoffmann siedelt erneut nach Posen zu Verwandten über. Eine schwere Erkrankung Hoffmanns, der erfolglose Versuch durch seine Kunst die Existenz zu sichern, sowie der Tod der Tochter Cäcilie beschatten die Familiengeschichte. Trotzdem versucht er sich mit Musikunterricht und als Theaterkomponist seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In Anlehnung seiner Verehrung an Wolfgang Amadeus Mozart wandelt er seinen dritten Vornamen Wilhelm zu Amadeus um. Somit lautet sein vollständiger Name Ernst Theodor Amadeus Hoffmann.
Selbstporträt, ungefähr 1810-1820
Selbstporträt, ungefähr 1810-1820

Zu seinen Musikschülern gehört auch Julia Marc, zu der er eine verhängnisvolle Liebe entwickelt. Als sich Julia verlobt, flüchtet er sich in unzählige Alkoholexzesse. Zudem verliert er seine gerade neu erworbene Arbeitsstelle am Bamberger Theater. 1813 erhält er eine Stelle als Kapellmeister in Dresden und Leipzig. Zu dieser Zeit arbeitet er an dem „Märchen aus der neuen Zeit", am „Goldenen Topf", und stellt es 1814 fertig. In den folgenden Jahren wandeln sich die Armutsverhältnisse und Notzustände in ein besseres Leben mit einem geregelten Einkommen um. Außerdem beginnt er mit dem Roman „Die Elixiere des Teufels". Hoffmann erfährt nach und nach mehr Ansehen. Seine Arbeit im Kammergericht Berlin verfolgt er weiter, aber sein literarischer Erfolg durch seine Erzählungen, wie zum Beispiel „Der Sandmann", verblasst mit der Zeit.

1821 steigt Hoffmann in den Oberappellations-Senat des Kammergerichts auf. 1822 erkrankt er erneut sehr schwer und stirbt am 25. Juni. Auf dem Jerusalemer Friedhof in Berlin wurde er bestattet.

 

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Bildquellen:
Teaserbild: E.T.A. Hoffmann (1776-1822); gemeinfrei, wikipedia
Selbstporträt E.T.A. Hoffmann (about 1810-1820); gemeinfrei, wikipedia