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Friedrich W. Kantzenbach

Erfundenes Glück

Der Autor beschäftigt sich auf lyrischem Weg mit den essentiellen Dingen des Lebens. Er reflektiert seine reichen literarischen Begegnungen und verarbeitet Reiseerlebnisse und persönliche Bekanntschaften mit Menschen, die ihn beeindruckten. Zunehmend durchdringen die Themen Krankheit, Tod und Vergänglichkeit seine Texte.

 

Thälmannpioniere

Thälmannpioniere

Florian Russi

Autokratische Herrschaftssysteme sind immer bestrebt, die junge Generation ihres Landes zu integrieren, zusammenzufassen, zu vereinheitlichen und „auf Linie zu bringen“. Das war so bei Hitler (HJ und BDM), bei Stalin (Komsomol), bei Mao (Kommunistischer Jugendverband) oder Castro (Kommunistischer Jugendverband). Gewünscht sind keine freien Initiativen wie Pfadfinder, Wandervögel, Naturfreunde oder Christlicher Verein junger Männer, sondern staatlich organisierte und linientreue Verbände, die jederzeit auch für politische Aktionen mobilisiert werden können. Sie setzen dabei auf die Neugier, Anpassungs- und Begeisterungsfähigkeit, Abenteuerlust, das Geltungsbedürfnis der Jugendlichen und die Freude an strengen Regeln, denen sie sich ihrer Meinung nach aus persönlicher Überzeugung unterwerfen (Werner Peiser in dem Buch „Land ohne Freude“: „Man mag es wahrhaben oder nicht, Jugendliche lieben einen gewissen Drill und Zwang“).

Thälmannpioniere beim Gruß vor dem Fritz-Weineck-Denkmal in Halle
Thälmannpioniere beim Gruß vor dem Fritz-Weineck-Denkmal in Halle

Die staatliche Jugendorganisation in der DDR nannte sich Freie Deutsche Jugend (FDJ). Sie wurde maßgeblich von dem späteren Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker aufgebaut. Die Mitgliedschaft erfolgte nicht automatisch. Sie wurde auch nicht erzwungen, doch sie wurde erwartet. Wer sich verweigerte, musste mit persönlichen und gesellschaftlichen Nachteilen rechnen.

1989 waren 88 % der Jugendlichen in der DDR in der FDJ organisiert. FDJ-Mitglied wurde man im Alter von 14 Jahren. Für die Jüngeren gab es die Organisation der „Jungen Pioniere“. Sie war mehr noch als die FDJ eine staatliche Massenorganisation und eng in das Schulsystem der DDR integriert. Untergliedert war sie in die Gruppen der Jungpioniere (1. bis 3. Schulklasse) und die Thälmannpioniere (4. bis 8. Klasse). Im Jahr 1989 waren 98 % der zwischen 6 und 13 Jahre alten Kinder in der DDR Mitglied der Jungen Pioniere.

Die Thälmannpioniere waren nach Ernst Thälmann (1886 – 1944) benannt, der vom 1925 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gewesen war. Er wurde von den Nationalsozialisten in das KZ Buchenwald inhaftiert und nach 11 Jahren Einzelhaft wahrscheinlich auf persönlichen Befehl Hitlers erschossen.

Die folgenden Dokumente sind einem Mitgliederheft der Thälmannpioniere entnommen. Sie geben einen Einblick in deren Arbeit und Selbstverständnis.

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Bildquellen:

Thälmannpioniere beim Gruß vor dem Fritz-Weineck-Denkmal in Halle (Saale) 1958 via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 de

Emblem der Pionierorganisation Ernst Thälmann. gemeinfrei

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