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Berndt Seite

Als der Wind zu Besuch kam

Facettenreich und vielschichtig, so sind die Gedichte Berndt Seites zu beschreiben. Neben Liebesgedichten gibt es Naturlyrik, die immer wieder auch die Seenlandschaft der Müritz ins Auge fasst. Ebenso finden sich politische  Gedichte oder reine Gedankenlyrik, die sich mit den Sinnfragen des Lebens, mit dem Glauben und mit Anfang und Ende beschäftigen.

Jörgens, Franz Ludwig

Die Lebenswege des im deutschen Gütersloh geborenen Predigers Jörgens führten ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika, genauer nach Hermann/Missouri. Sein theologisches Studium absolvierte er in Göttingen und Berlin, nachdem er in Bielefeld eine Kaufmannsausbildung abgeschlossen hatte. Seine erste Reise nach Amerika war allerdings nicht freiwilliger Natur. Denn einigen Eskapaden während seiner Studienjahre folgten Konflikte mit den Behörden und daraufhin das Drängen seiner Familie, er möge doch nach Nordamerika reisen. Hier war Jörgens als Wanderprediger tätig, hier begann er geistliche Lieder zu dichten. Als er sich auch in seiner neuen Zwangsheimat Vorwürfen bezüglich seiner Homosexualität gegenübersah, ließ er sich erneut in Deutschland, genauer in Wuppertal nieder, wo er sich bald schon einen Namen als Erweckungsprediger machte. Bei seinen Predigten flossen die amerikanisch-methodistischen Einflüsse ein, die Jörgens als Erfahrungen in seinen Auslandsjahren gesammelt hatte. Sowohl bei lutherischen als auch reformierten Pfarrern war er sehr beliebt und wurde dazu eingeladen, seine Predigten in deren Kirchen abzuhalten. Zur gleichen Zeit veröffentlichte Jörgens seine Gedichte und Lieder in zwei Bänden mit dem Titel „Zeiten der Erquickung von dem Angesichte des Herrn“. Sein Erfolg und seine Beliebtheit endeten abrupt, als seine sexuellen Neigungen publik wurden.  Ihm blieb nichts Anderes übrig, als zunächst nach Westfalen überzusiedeln, und sich dann, nach weiteren Konflikten mit dem Gesetz, in Hamm niederzulassen. Als auch hier seine Homosexualität bekannt wurde, verurteilte das Gericht Jörgens zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe. Nach seiner Entlassung 1838 siedelte er wiederum nach Amerika über, wo er 1841 in Hermann/Missouri eine Anstellung als Pastor fand. Die Gemeinde hatte jedoch bei weitem noch weniger Verständnis für Jörgens Homosexualität, er wurde durch die aufgebrachten Bürger geteert und gefedert. Sein Konflikt mit der engstirnigen damaligen Gesellschaft endete darin, dass sich Jörgens in einem Waldstück nahe Hermann die Pulsadern aufschnitt und kurze Zeit später von einem Jäger gefunden wurde.

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