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Martha Nussbaum

Martha Nussbaum

Florian Russi

Philosophin des guten Lebens

Freundinnen oder Freunde der Weisheit sollen die Philosophinnen und Philosophen sein. So sagt es der aus dem Griechischen kommende Begriff. Sie sollen Erkenntnisse sammeln, Zusammenhänge finden, Fragen aufdecken und nach Antworten suchen. Ihre Aufgabe ist es nicht, Ideologien zu entwickeln, Themen zu bestimmen oder Deutungshoheiten zu beanspruchen. Unter den heutigen Vertretern/Vertreterinnen der Philosophie ragt die auch in Deutschland viel gefragte Amerikanerin Martha Nussbaum heraus. Sie stellt sich den Fragen, welche fast alle Menschen beschäftigen und die ihre Grundbedürfnisse betreffen: Das Streben nach Glück und dem guten Leben.

Mit dem guten Leben ist nicht das üppige Leben gemeint, sondern das richtige, passende, förderliche, und Glück kann es für Nussbaum nur in individueller Form geben. Es ist für jeden einzelnen Menschen der höchste Wert und es erwächst nicht aus Regeln und staatlichen Normen, sondern aus Liebe und Verständnis. „Lieben und geliebt werden ist das höchste Glück“ pflegte einer meiner Lehrer zu sagen und Nussbaum stimmt mit voll überein.

Nussbaum sucht nach Grundlagen für das gute Leben und findet sie in den Erkenntnissen und Theorien der Philosophie und der Moral. Theorien und Moral bauen auf den menschlichen Fähigkeiten auf. Die gilt es herauszustellen und zu nutzen.

Bei den Fähigkeiten geht es vor allem darum, Bedürfnisse wie Schutz, sexuelles Verlangen oder Mobilität zufriedenzustellen oder Gefahren zu bannen. Es geht nicht um Höchstleistungen, Raffinessen oder hehre Gedanken, sondern um Praktikabilität und Verwirklichung. Aufgabe der Staaten ist es, ihren Bürgern ein gutes Leben zu ermöglichen, ohne sie zu reglementieren und ihre persönliche Entfaltung zu beschränken. Beim guten Leben, das macht Nussbaum deutlich, spielt auch Geld eine große Rolle. Wichtigste Fähigkeit in der Gemeinsamkeit der Menschen sind Frieden und Gerechtigkeit.

Nussbaum geht es um die Wirklichkeit, um Bedürfnisse und vor allem um Fähigkeiten. Aus ihnen heraus nur kann der Weg zu einem guten Leben gefunden werden. Zu ihnen gehören auch die Emotionen wie Mitgefühl und Liebe als treibende Kräfte.

Nussbaum sieht sich auch als feministische Philosophin. Sie geht von der Gleichwertigkeit der Geschlechter aus und fragt sich, warum in fast allen Gesellschaften die Frauen unterdrückt und herabgesetzt werden. Als Hauptursache sieht sie den Angstneid“ der Männer, dem es zu begegnen gilt. Emanzipation ist eine konkrete gesellschaftliche Aufgabe, die im Alltag umgesetzt werden muss.

Das „gute Leben“, man kann es auch „Glück“ nennen, gilt für alle Menschen gleich.

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Vorschaubild: Mitteldeutscher Verlag (Umschlagbild-Ausschnitt)

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