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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Marie von Ebner – Eschenbach

Marie von Ebner – Eschenbach

Georg Bürke

Marie von Ebner-Eschenbach mit ihrem Ehemann, um 1865
Marie von Ebner-Eschenbach mit ihrem Ehemann, um 1865

Marie von Ebner-Eschenbach wurde am 13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz in Mähren geboren. Sie war eine Tochter des Barons und späteren Grafen Franz Dubský. Ihr Vater hat viermal geheiratet, sie hatte 6 Geschwister. Mit 18 Jahren heiratet sie selbst ihren 15 Jahre älteren Cousin Moritz von Ebner-Eschenbach. Ihr Ehemann war Professor für Physik und Chemie und später auch ein hoher Offizier. Er war sehr gebildet und unterstütze sie in ihren schriftstellerischen Ambitionen.

Die Ehe blieb kinderlos. Der Wohnsitz des Ehepaars wechselte je nach Jahreszeit zwischen Mähren und Wien. Nach 1863 war es, abgesehen von größeren Reisen, ständig in Wien ansässig.

Marie war mit vollem Bewusstsein eine Adlige, aber in einem modernen, aufgeschlossenen Sinn. Adel war für sie etwas, das nicht mehr an Blut und Geburt, an Titel und Besitz gebunden ist, sondern eine sittliche Aufgabe, ein Adel des Geistes und der Moral. Ihr literarischer Beginn war eine scharfe kritische Stellungnahme gegen die Schäden und Fehler ihres Standes. Sie besaß nicht nur eine Hellsichtigkeit den kommenden Dingen gegenüber, sondern auch eine Hellhörigkeit für das soziale Gewissen: Mitgefühl für die Schwächen der anderen, soziales Gerechtigkeitsgefühl, Liebe zu den niederen Volksschichten, überhaupt zu allen Leidenden und Gequälten. Mit dem Geiste Weimars (vor allem Schillers) sowie Adalbert Stifters verband sie ihr unerschütterlicher Glaube an das sittliche Ideal, an das Echte, Gute und Tüchtige, an das Hohe im Menschen. Sie kennt aber auch das Hintergründige erblicher Einflüsse und schlechter Erziehung. In diesem Sinn ist ihr Werk gekennzeichnet durch eine bewusst erzieherische Haltung, die man als „Weisheit des Herzens“ bezeichnet hat.

Marie von Ebner-Eschenbach
Marie von Ebner-Eschenbach

Sie begann als Dramatikerin, hatte aber damit keinen Erfolg. Deshalb an ihrer dichterischen Sendung fast verzweifelnd, fand sie erst spät zu ihrer eigentlichen Begabung, nämlich zur Epik. Die Stoffe entnahm sie den unteren Gesellschaftsschichten ihrer mährischen Heimat wie auch den Adelskreisen Wiens. Sie schrieb Erzählungen und Romane. Neben Droste-Hülshoff ist sie eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen und die größte österreichische Dichterin bis in die neueste Zeit.

Unter den Erzählungen sind am bekanntesten die „Dorf und Schlossgeschichten“ (1887); „Krambambuli“ (1905); unter den Romanen „Das Gemeindekind“ (1887). Dies ist die Geschichte des armen Burschen Pawel, der sich zu einem tüchtigen, brauchbaren Menschen entwickelt, obwohl sein Vater als Mörder hingerichtet worden ist und die Mutter, wenn auch unschuldig verurteilt, im Zuchthaus sitzt.

Im Jahr 1900 bekam Marie Ebner-Eschenbach als erste Frau überhaupt von der Universität Wien die Ehrendoktorwürde verliehen.

Die Dichterin starb am 12. März 1916 in Wien im Alter von 85 Jahren. Sie wurde in der Familiengruft der Grafen Dubský in Zdislawitz beigesetzt.

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Bildquellen:

Karl von Blaas: Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach, Öl auf Leinwand, 1873, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45...

Marie von Ebner-Eschenbach mit ihrem Ehemann, um 1865 Von Ludwig Angerer - Bildarchiv Austria, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45...

Marie von Ebner-Eschenbach Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63...

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