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Gudrun Schulz
Kennst du Bertolt Brecht?

Neugier wecken für einen Autor, der mit frechem neuen Ton die bürgerliche Gesellschaft attackierte und das Theater revolutionierte. Dies gelingt der Literaturwissenschaftlerin Gudrun Schulz in diesem Band. Brecht selbst kommt mit Briefen, Gedichten und Auszügen auas einigen seiner Werke selbst zu Wort. Dem Buch liegt eine CD mit 13 Hörbeispielen bei.

Fazit : Ein Buch für alle, die noch selbst denken können. 

 

Frühlingsglaube

Eine eingängige und volkliedhafte Sprache zeichnet das Ludwig Uhlands Gedicht „Frühlingsglaube" aus. Doch die Schlichtheit trügt. Hinter den Bildern der wiedererwachenden Natur versteckt sich die Hoffnung auf Veränderung durchaus im politischen Sinne. Immerhin war Uhland überzeugter Demokrat. Das Gedicht entstand 1812, im Jahr der Wende für Napoleon. Die europaweit bisher als unbesiegbar geltenden französischen Truppen wurden Anfang des Jahres in Spanien und zu Jahresende in Russland geschlagen. Im Frühjahr 1813, dem Publikationsjahr des Gedichtes, wurde auch in deutschen Landen zum Befreiungskampf aufgerufen. Damit lässt sich das Gedicht durchaus als Vorreiter der Vormärzliteratur sehen.

Tina Romstedt

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

 

 

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Vorschaubild "Krokusse": Rita Dadder