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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Münchhausen, Börries Freiherr von

Münchhausen, Börries Freiherr von

Der Schriftsteller und Balladendichter Börries von Münchhausen wurde am 20. März 1874 in Hildesheim geboren. Er entstammte der „weißen Linie" des 1183 erstmals urkundlich erwähnten Adelsgeschlechts, welches vor allem durch den der „schwarzen Line" angehörenden Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720-1797) bekannt wurde. Dieser war ein fantasievoller Erzähler und ging als „Lügenbaron" in die Geschichte ein.

In der Kaiserzeit und während der Weimarer Republik war auch Börries von Münchhausen ein geachteter und viel gelesener Autor. Später ließ er sich von den Nationalsozialisten vereinnahmen und zu antisemitischen Äußerungen hinreißen. Andererseits setzte er sich für jüdische oder als „entartet" bezeichnete Künstler ein. 1944 trug ihn Hitler in die sog. Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Künstler und Schriftsteller ein.

Börries von Münchhausen starb am 16. März 1945 auf seinem Schloss in Windischleuba durch Suizid. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat zwei seiner Balladen in die als „Kanon" bezeichnete Anthologie von herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur übernommen.

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