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Papier gegen Kälte

Florian Russi

Eine packende Mischung aus Entwicklungsroman und spannendem Thriller.

Margarethe Krupp

Margarethe Krupp

Uta Plisch

Eine starke Frau

Die junge Margarethe Krupp
Die junge Margarethe Krupp
Margarethe Krupp, geborene Freiin von Ende, (1854 - 1931) stammte aus einem adeligen Elternhaus. Ihr Vater war der preußische Oberpräsident August Freiherr von Ende und ihre Mutter Eleonore eine gebürtige Gräfin von Königsdorff. Nach dem Besuch eines Lehrerinnenseminars arbeitete sie als Erzieherin in England und am Hof von Anhalt in Dessau. 1882 heiratete sie Friedrich Alfred Krupp, den sie bereits 10 Jahre zuvor anlässlich eines Besuchs in Essen kennengelernt hatte. Tochter Bertha kam 1886 zur Welt, ein Jahr später Tochter Barbara.
Margarethe mit ihren Töchtern Barbara und Bertha
Margarethe mit ihren Töchtern Barbara und Bertha
Da die Erbin und älteste Tochter Bertha noch minderjährig war, leitete sie den Konzern nach dem Tode Friedrich Alberts im Jahr 1902 treuhänderisch weiter bis zur Heirat von Bertha. Ihr zur Seite standen Aufsichtsrat und Direktorium. Sie führte die Krupp Gussstahlfabrik in die Aktiengesellschaft Friedrich Krupp AG über, wie ihr Mann es in seinem Testament bestimmt hatte. Ihre Rolle als Identifikationsfigur der Firma, die den Zusammenhalt garantierte, darf nicht unterschätzt werden.

Margarethe war eine moderne Frau, die früh für sich selbst sorgen konnte. Tatkräftig und selbständig engagierte sie sich ungewöhnlich intensiv auf sozialem Gebiet. Ihr Name lebt weiter in den gartenstädtischen Siedlungen „Margarethenhöhe" in Essen und „Margarethenhof" in Duisburg. Außerdem gründete sie eine Stiftung für die Krankenpflege von Werksangehörigen.

Auslöser für die Stiftung Margarethenhöhe war die Heirat ihrer Tochter Bertha 1906. Die Gartenstadt wurde von dem Reform-Architekten Georg Metzendorf über einen Zeitraum von 32 Jahren erbaut. Dieser starb 1934. Die Wohnsiedlung wurde durch einen Regierungserlass von allen Bauvorschriften befreit, eine seltene Ausnahme. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und nach dem Krieg in ihrer alten Form wieder hergestellt. Seit 1948 ist sie ein eigenständiger Stadtteil Essens.

  Entwurfsskizzen eines Hauses der Margarethenhöhe, Architekt: Georg Metzendorf
Entwurfsskizzen eines Hauses der Margarethenhöhe, Architekt: Georg Metzendorf

Die Siedlung Margarethenhöhe war ein Beispiel menschenfreundlichen und zweckmäßigen Bauens. Jedes Haus sah anders aus, Laubengänge, Erker, Läden vor den Fenstern, Giebel, alles war vertreten. Von weither kamen die Menschen, um die Häuser zu bestaunen. Die Stiftungsverfügung besteht übrigens bis heute noch.

Übrigens kam zur Hochzeit Berthas mit dem Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach auf Einladung Margharetes sogar der Kaiser zur Villa auf dem Hügel, wo 1890 extra die Bahnstation „Hügel" für prominente Gäste erbaut worden war.

Siedlung Margarethenhöhe, 1912
Siedlung Margarethenhöhe, 1912

Margarethe Krupp sammelte ab 1905 die Urkunden und die Familiengeschichte der Krupps. Diese Sammlung bildet heute einen Grundstock des Historischen Archivs Krupps neben dem Foto- und Filmarchiv.

Für ihre Verdienste wurde ihr als erster Frau am 8. August 1912 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Essen verliehen.

Im Alter von 76 Jahren starb Margarethe Krupp auf ihrem Alterssitz, dem Kleinen Haus der Villa Hügel.  

Margarethe Krupp, Gemälde von Hubert von Herkomer, 1913
Margarethe Krupp, Gemälde von Hubert von Herkomer, 1913

 

 

 

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- Vorschaubild: Margarethe Krupp. Quelle: Essen.de
- Die junge Margarethe Krupp (PD) Quelle: Wikimedia Commons
- Margarethe mit ihren Töchtern Barbara und Bertha. Quelle: derwesten.de
- Stiftungsurkunde. Quelle: essen-margarethenhoehe.de
- Entwurfsskizze eines Hauses der Margarethenhöhe, Architekt: Georg Metzendorf
Quelle: essen-margarethenhoehe.de
- Siedlung Margarethenhöhe, 1912. © ThyssenKrupp AG
- Margarethe Krupp, Gemälde von Hubert von Herkomer, 1913. © ThysenKrupp AG