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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Am Brunnen vor dem Tore

Am Brunnen vor dem Tore

Wilhelm Müller

„Am Brunnen vor dem Tore" ist eines der bekanntesten deutschen Volkslieder. Es existiert sowohl in Form eines Kunstliedes als auch als Volksweise und ist zigfach rezipiert worden. Auch hat es Eingang in Thomas Manns Zauberbergroman gefunden.

Der Text entstand 1822 aus der Feder des Freimaurers Wilhelm Müller (1794-1827). Es wurde erstmals in der verbotenen Literaturzeitschrift Urania inmitten des Gedichtzyklusses „Die Winterreise" unter dem Titel „Der Lindenbaum" veröffentlicht. Franz Schubert (1797-1828) hat recht zeitnah den gesamten Zyklus vertont und so das Kunstlied geschaffen.

Zum Volkslied ist das Stück durch die Bearbeitung Friedrich Silchers (1789-1860) geworden. Für diese Fassung hat sich der Anfangsvers des Gedichts als Titel eingebürgert.

Tina Romstedt

Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebes Wort
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort

Ich mußt auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht

Und seine Zweige rauschten
Als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Geselle
Hier findst du deine Ruh


Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht
Der Hut flog mir vom Kopfe
Ich wendete mich nicht

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von diesem Ort
Und immer hör ich´s rauschen:
"Du fändest Ruhe dort!"

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Vorschaubild: Rita Dadder

Gesetzt von Tiffany Tabbert