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Tee mit der Königin

Kurzgeschichten aus Wales herausgegeben und übersetzt von Frank Meyer und Angharad Price.

Der Wolf und der Kranich

Ein Wolf hatte ein Schaf gerissen und es gierig aufgefressen. Dabei blieb ihm ein Knochen im Hals stecken. So sehr er auch würgte und allerlei Verrenkungen unternahm, es gelang ihm nicht, den Knochen auszuspeien. In seiner Not lief er umher und verkündete überall, dass er denjenigen hoch belohnen werde, der bereit und dazu in der Lage wäre ihn von dem Knochen zu befreien. Das hörte ein Kranich, der ihm sofortige Hilfe versprach. Der Kranich forderte den Wolf auf, sein Maul zu öffnen. Dann drang er mit seinem Schnabel bis in dessen Hals vor und es gelang ihm tatsächlich, den Knochen herauszuziehen.

"Nun, was bekomme ich jetzt von dir?", fragte er den Wolf voller Stolz über seine gelungene Aktion.
Der Wolf holte kurz Atem, dann erwiderte er: „Ist es nicht Lohn genug für dich, dass du die Ehre hattest, deinen Kopf in meinen Hals zu stecken? Du kannst froh sein, dass ich ihn dir nicht abgebissen habe."


Fazit: Nicht jeder, dem geholfen wird, zeigt sich dankbar.

nacherzählt von Florian Russi

   

    

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Teaserfoto: pixabay, aus zwei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber der Bilder: ClkerFreeVectorImages (Kranich) und OpenClipartVectors (Wolf) - gemeinfrei, kein  Bildnachweis nötig