Deutschland-Lese

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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Degeneration Deutschland

Degeneration Deutschland

Florian Russi

Der international hoch geachtete Psychiater Otto Kernberg hat in einem „Spiegel“-Interview vom 21.11.2025 das bestätigt, was schon mehrere Psychologen und Soziologen vermutet haben. Der „Rechtsdrall“, den wir zurzeit international erleben, ist begründet in der Lebensangst vieler heutiger Menschen. Er kommt etlichen Narzissten entgegen, die ihn nutzen, um autoritäre Macht an sich zu reißen und demokratische Prinzipien beiseite zu drängen.

In der Psychologie spricht man von einem „regressiven Verhalten“. Es bedeutet, dass man aus Angst vor Neuem und Ungewohntem in alte Verhaltensmuster zurückfällt, die einem vertraut und gesichert erscheinen. Für viele ist das ein Nationalismus und eine Selbstbeschränkung auf gewohnte oder im Rückblick idealisierte Normen und Strukturen. Da wird von deutschen Interessen gesprochen und das Deutschtum in den Vordergrund gestellt. Wer aber Deutscher ist, wird allein nach der Herkunft bemessen. Man will unter sich bleiben.

Ein Problem ist, dass auch das heutige Deutschland nicht durch Inzucht entstanden ist. Viele Völker, Stämme, Kämpfer und Migranten haben daran mitgewirkt. Erst mischten sich Germanen und Kelten. Dann kamen die Römer, die nicht alle der Stadt Rom entstammten, und hinterließen ihre Spuren und Nachkommen. Hunnen, Ungarn und Schweden durchzogen Deutschland. Slawen mischten sich ein. Flamen und Hugenotten wurden angeworben. Die Soldaten Napoleons fielen in Deutschland ein. Unter ihnen waren viele, die nicht „arischer“ Abstammung waren. Sie alle haben einverständlich oder gezwungen Kinder gezeugt, die Deutsche wurden und zum Wachstum des Landes beitrugen. Wie auch hätte Deutschland zu einer Industrienation werden können ohne die vielen Lewandowskis, Polanskis, Berlows oder Sibowskis?

Auch heute brauchen wir den Zuzug von Migranten. Wer generell Remigration fordert, muss sagen, wo er genau ansetzen will. Wer angeblich nur „deutsche“ Interessen und Bürger gelten lassen will, wirft das Land um Jahre zurück. Ein deutscher „Nationalismus“ ist nicht nur hochgefährlich, sondern auch lächerlich. Degenerativer könnten die Rechtsradikalen in Deutschland nicht sein.

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