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Waren Sie schon einmal am Mittelpunkt Deutschlands?

Waren Sie schon einmal am Mittelpunkt Deutschlands?

Charlotte Stöhr

Der Mittelpunktsstein in Niederdorla
Der Mittelpunktsstein in Niederdorla

Die Frage nach dem Mittelpunkt Deutschlands klingt im ersten Moment einfach – doch wer sich näher mit dem Thema beschäftigt, entdeckt ein spannendes Stück Geografie, Geschichte und Wissenschaft. Denn den EINEN Mittelpunkt gibt es nicht. Je nach Berechnungsmethode ergeben sich unterschiedliche geografische Zentren, die allesamt im Herzen Deutschlands liegen. Genauer gesagt im Städtedreieck Kassel–Erfurt–Göttingen, also im westlichen Thüringen, im südöstlichen Niedersachsen oder im östlichen Hessen.

Wissenschaftlich gibt es mehrere anerkannte Methoden, um den Mittelpunkt eines Gebietes zu bestimmen. Eine gängige Variante ist die Mittelpunktberechnung anhand der geografischen Grenzen, also auf Basis der extremen Breiten- und Längengrade. Mit dieser Methode liegt der Mittelpunkt Deutschlands etwa 120 Meter nördlich des Ortes Niederdorla, in der Gemeinde Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen.

Eine andere Methode ist die sogenannte Schnittpunktermittlung. Dabei wird ermittelt, wo sich die Achsen zwischen den jeweils entferntesten Punkten in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung kreuzen. Nach dieser Berechnungsmethode befindet sich der Mittelpunkt etwa zwei Kilometer westlich von Besse, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Edermünde im Schwalm-Eder-Kreis.

Bemerkenswert ist, dass sich der geografische Mittelpunkt Deutschlands im Laufe der Geschichte mehrfach durch politische Veränderungen und Grenzanpassungen verschoben hat. Ereignisse wie der Versailler Vertrag (1918), der Verlust der Ostgebiete (1945), der Anschluss des Saarlands (1957) und die deutsche Wiedervereinigung (1990) beeinflussten jeweils die geografischen Koordinaten des Landes und damit auch den Mittelpunkt.

Besonders bekannt ist der Mittelpunkt bei Niederdorla. Was ursprünglich für die MDR-Sendung „Außenseiter – Spitzenreiter" als unterhaltsamer Beitrag begann, wurde durch präzise Vermessungen von zwei Fachexperten, Dr. Finger aus Dresden und Dr. Förge aus Göttingen, wissenschaftlich bestätigt. Sie bestimmten den Mittelpunkt anhand der äußersten Punkte Deutschlands und fanden ihn nördlich von Niederdorla.

Heute markieren ein schlichter Kalkstein und eine Kaiserlinde diesen Ort.
Fernab von Stadtlärm ist dieser Ort ein stiller Platz – ideal zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Niederdorla hat jedoch nicht nur geographische Bedeutung. Nicht weit vom Mittelpunkt Deutschlands befindet sich das Opfermoor. Ein Freilichtmuseum, welches Einblicke in das Leben der frühen Siedler und der Kult- und Opferstätten bietet und eine Ausstellung, in der Originalfunde der archäologischen Grabungen erkundet werden können. Definitiv einen Ausflug wert.

 

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Textquellen:

>https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelpunkte_Deutschlands< abgerufen am 03.12.2025.

>https://www.gemeinde-vogtei.de/verzeichnis/< abgerufen am 03.12.2025.

Bildquellen: © Jens Fischer.

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