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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Sei, was du bist, immer ganz, und immer Derselbe!

Sei, was du bist, immer ganz, und immer Derselbe!

Heißt, verbiege dich nicht für andere Menschen, spiel ihnen nicht etwas vor, was du nicht bist, bleib authentisch, bleib bei dir. Das bedeutet natürlich keinen Freifahrtsschein, du kannst nicht unhöflich werden, wenn du jemanden nicht magst oder deine momentanen Gefühle zu jeder Zeit frei herauslassen. Aber du bist du, du hast deine Meinung und musst nicht nach dem Mund anderer reden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass man von Menschen Abstand nehmen sollte, die an einem Tag freundlich und zuvorkommend sind, den Eindruck erwecken, dass sie die Person mögen, am nächsten Tag aber, wenn sie von anderen Menschen, vielleicht mit höherem gesellschaftlichen Status, umgeben sind, die zuvor respektierte Person respektlos und ohne Anstand behandeln. 

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