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Symbolon
Europas Kinder auf Reisen

Florian Russi

Die Menschen und die Götter – vielleicht ist das ein Symbol für den ewigen Widerstreit, die Ambivalenz in der Welt. Zeus grämt schon lange die Ferne zwischen Göttlichkeit und Menschheit, das Auseinanderdriften der einstigen Harmonie. Deshalb schickt er zwei seiner Söhne von Kreta aus quer durch Europa, um eine Art Götter- und Menschentag an einem Ort des Friedens einzuberufen und so das Schicksal des Kontinents in ein glückliches zu wenden und die alte Einheit wiederherzustellen. Dafür braucht er die Hilfe all seiner Götterkollegen, die den verschiedenen Völkern Europas heilig sind … Ein nur ansatzweise antiker Plot – Verweise auf die unmittelbare Gegenwart sind unübersehbar.

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Hero und Leander

Hero und Leander

Florian Russi

In den Dichtungen und Gesängen vieler Völker findet sich die Geschichte von Hero und Leander. Der griechischen Sage nach war Hero eine junge Priesterin im Tempel der Liebesgöttin Aphrodite in Sestos, einem Ort am Ufer des Hellesponts, den heutigen Dardanellen.

Unerfahren in der Liebe, bat sie ihre göttliche Herrin darum, möglichst lange ein jungfräuliches Leben führen zu dürfen. Doch als eines Tages der schöne Held Leander (griechisch Leandros) in Sestos auftauchte und um sie warb, war´s wenig später um beide geschehen. Sie verliebten sich heftig ineinander und waren nur noch in ihren gegenseitigen Gefühlen gefangen.

Als Priesterin war Hero nicht frei in den Entscheidungen ihres Herzens. Auch waren die beiden sich sicher, dass ihre Eltern die Verbindung zwischen ihnen nicht gutheißen würden. Deshalb hielten sie ihre Liebe geheim.

Leander wohnte in Abydos, einem auf der anderen Seite des Hellesponts gelegenen Ort. Um zu Hero zu gelangen, musste er nachts die Meerenge durchschwimmen. Damit er den Weg zu ihr finden konnte, zündete Hero jeden Abend eine Lampe an. Sie wurde zum Sinnbild ihrer Liebe. Ihr schwaches Licht allein schon spornte Leander an, die Strecke durch die Meerenge zu bewältigen.

Obwohl beiden die Gefahr bewusst war, dass die Lampe bei stürmischem Wetter gelöscht werden konnte, ließ Hero eines Nachts voller Sehnsucht nach ihrem Geliebten die notwendige Vorsicht außer acht. So geschah es, dass ein Sturm das Licht ausblies. Leander verlor die Orientierung und ertrank im Meer. Als anderntags seine Leiche ans Gestade von Sestos gespült wurde, stürzte sich Hero in Trauer und Schmerz von einem Turm und folgte ihm in den Tod.

Ins deutsche Liedgut hat diese tragisch-schöne Sage mit den Strophen „Es waren zwei Königskinder“ Eingang gefunden.

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Bildquelle: Gemälde Hero und Leander von Domenico Fetti - 1. Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank.2. gallerix.ru, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5224487 

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