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Symbolon
Europas Kinder auf Reisen

Florian Russi

Die Menschen und die Götter – vielleicht ist das ein Symbol für den ewigen Widerstreit, die Ambivalenz in der Welt. Zeus grämt schon lange die Ferne zwischen Göttlichkeit und Menschheit, das Auseinanderdriften der einstigen Harmonie. Deshalb schickt er zwei seiner Söhne von Kreta aus quer durch Europa, um eine Art Götter- und Menschentag an einem Ort des Friedens einzuberufen und so das Schicksal des Kontinents in ein glückliches zu wenden und die alte Einheit wiederherzustellen. Dafür braucht er die Hilfe all seiner Götterkollegen, die den verschiedenen Völkern Europas heilig sind … Ein nur ansatzweise antiker Plot – Verweise auf die unmittelbare Gegenwart sind unübersehbar.

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Aeneas und Dido

Aeneas und Dido

Florian Russi

Zu denjenigen, die sich aus der brennenden Stadt Troja retten konnten, gehörte Aeneas, ein Verwandter des vorgenannten Paris. Sein Vater war ein Onkel des Trojanerfürsten Priamos, seine Mutter die Göttin Aphrodite. Mutig hatte Aeneas auf Seiten der Trojaner gekämpft, doch der Göttervater Zeus hatte ihn dazu ausersehen, nach Italien zu ziehen und dort die Stadt Rom zu gründen. Darüber berichtet ausführlich das Versepos „Aeneis“ des großen römischen Dichters Vergil, das in alten griechischen Quellen seinen Ursprung hat.

Mit göttlicher Hilfe gelang es Aeneas zusammen mit seinem Vater Anchises, den er auf den Schultern trug, und seinem Sohn Julus aus dem brennenden Troja zu entkommen. Seine Flucht über das Mittelmeer war abenteuerlich. Immer wieder griffen dabei auch verschiedene Götter, vor allem seine Mutter Aphrodite ein. Schließlich landete Aeneas in Karthago an der Küste des heutigen Tunesien. Dort regierte Königin Dido, die Gründerin der Stadt. Jahre zuvor war sie aus Phönizien vor ihrem Bruder geflohen, nachdem dieser ihren Ehegatten umgebracht hatte. Jetzt wollte sie sich keinem Mann mehr anvertrauen.

Doch Aphrodite sorgte trickreich dafür, dass Dido sich in ihren Sohn verliebte. Nachdem dies gelungen war, war Dido bestrebt, Aeneas an sich zu binden und in Karthago festzuhalten. Der jedoch verließ sie, um der göttlichen Vorsehung zu folgen. Auch ihre Tränen konnten ihn nicht umstimmen. Heimlich verließ er die Stadt.

Da verfluchte Dido ihn und tötete sich selbst. Unbeirrt setzte Aeneas seine Reise fort und langte in Mittelitalien an. Dort gründete sein Sohn Julus die Stadt „Alba Longa“, die zur Mutterstadt Roms wurde.

Den Römern galt die verhinderte Liebesgeschichte als Begründung für den späteren Machtkampf zwischen ihrer Stadt und Karthago. Die Herkunft und die weiten Reisen ihres pflichtgetreuen Stammvaters Aeneas sahen sie als Beleg für den Anspruch, die um das Mittelmeer gereihten Länder zu beherrschen.

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Vorschaubild: Der Tod der Dido - Ein Gemälde von Andrea Sacchi  (1599–1661), gemeinfrei 

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